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„Lübeck gibt mir Ruhe!“, sagt Edson Cordeiro

WAS MICH BEGEISTERT „Lübeck gibt mir Ruhe!“, sagt Edson Cordeiro

Ich bin in Brasilien geboren und aufgewachsen, einem sehr jungen Land. Deswegen bin ich besonders von der historischen Lübecker Altstadt verzaubert und genieße Spaziergänge durch die Innenstadt.

Lübeck. Ich bin in Brasilien geboren und aufgewachsen, einem sehr jungen Land. Deswegen bin ich besonders von der historischen Lübecker Altstadt verzaubert und genieße Spaziergänge durch die Innenstadt.

 

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Edson Cordeiro (50) ist ein brasilianischer Sänger, der seit einigen Jahren in Lübeck lebt. 2006 wurde seine CD „Contratenor“ für den Latin Grammy nominiert. Er gastiert am 24. November 2017 im Lübecker Kolosseum mit seinem Programm „Fado Tropical“.

Quelle: Foto: Lutz Roessler

Ich habe schon viele wunderbare Aufführungen am Theater Lübeck gesehen. Als Countertenor interessiert mich besonders die Oper „Ariodante“ eines meiner Lieblingskomponisten Georg Friedrich Händel, die am 28. April Premiere haben wird. Ich freue mich auf eine der schönsten und schwierigsten Arien dieser Oper „Doppo notte atra e funesta“ – damals noch für Kastraten geschrieben.

Gerade habe ich das Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ des Geschichts-Professors Yuval Noah Harari gelesen. Der Autor beschäftigt sich mit den zentralen Fragen unserer Geschichte und zeigt deutlich, dass Kapitalismus die erfolgreichste und modernste Religion ist.

Ich bin als Sänger viel auf Reisen – Lübeck gibt mir den Frieden und die Ruhe, meine Musik zu studieren. Im Moment bereite ich eine Tournee mit „Fado Tropical“ in Brasilien vor und höre sehr viel Fados. Meine Lieblings-Fado-Sängerin ist die einmalige Amália Rodrigues (1920-1999). Ihr Album „Busto“ wurde während der Diktatur in Portugal aufgenommen. Die Texte der Fados reflektieren diese schwierige Zeit und Amálias Stimme ist hier in ihrem Zenit.

Letztes Jahr hatte mein Mann Oliver Bieber eine Ausstellung mit Bernd Rose im Atelier Frank Siebert in der Großen Burgstrasse 39. Seitdem bin ich dort regelmäßiger Besucher – hier sieht man immer interessante Ausstellungen auch von heimischen Künstlern.

Die Dokumentation von Wim Wenders „Das Salz der Erde“ über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado habe ich vor längerer Zeit im Lübecker Kino „Filmhaus“ gesehen. Der Film gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben eines der wichtigsten aktuellen Fotografen, und Wenders zeigt auch die interessante Entstehungsgeschichte der Fotos.

LN

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