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„Lübeck hat mich auf dem Gewissen“, sagt Kristine Goddemeyer

WAS MICH BEGEISTERT „Lübeck hat mich auf dem Gewissen“, sagt Kristine Goddemeyer

Ich hätte nicht gedacht, dass es mich zurück in meine Heimatstadt verschlagen würde.

Ich hätte nicht gedacht, dass es mich zurück in meine Heimatstadt verschlagen würde. Nach Stationen in Süddeutschland und Australien habe ich viele Jahre in Hamburg gelebt – und das sehr gut, wie ich dachte. Dass es noch besser geht, habe ich erst vor zwei Jahren erfahren: Wir haben das Glück, in einem Altstadthaus leben zu dürfen und begeistern uns jeden Tag aufs Neue für unsere schöne Umgebung.

 

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Kristine Goddemeyer (35) arbeitete nach dem Studium (Anglistik, Kommunikationswissenschaft, Soziologie) als Pressereferentin für das SHMF und als Geschäftsführerin des Mahnmals St. Nikolai in Hamburg. 2017 gründete sie die KulturTafel Lübeck.

Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen

Hier an der Obertrave mit einem Buch zu sitzen, ist für mich das Beste, was mir nach einem trubeligen Tag passieren kann.

Einer meiner Lieblingsautoren ist Paul Auster . „Sunset Park“ habe ich sehr gerne gelesen, sein neuestes Werk „43 21“ liegt auch schon bereit. Ich mag auch Thomas Bernhard sehr und kann seinen Satz „Lübeck hat mich auf dem Gewissen“ für mich persönlich ins Positive umkehren.

Wenn das Wetter nicht mitspielt, sehe ich gern Filme. „Toni Erdmann“ von Maren Ade wurde zwar mit Lorbeeren überhäuft, mir gefällt jedoch ihr früherer Film „Alle anderen“ mit Lars Eidinger und Birgit Minichmayr besser.

Das Kulturangebot Lübecks begeistert mich immer wieder aufs Neue. Neben den etablierten Häusern gibt es in Lübeck so viele kleine Theater und Galerien, die ich als bereichernd und impulsgebend empfinde, etwa die Galerie Siebert in der Großen Burgstraße.

Ob Theater, Konzert oder Museum: Lübeck hat kulturell unglaublich viel zu bieten, doch längst nicht jeder kann daran teilnehmen. Daher hat mich die Idee der KulturTafel, die ich in Hamburg kennengelernt habe, fasziniert, so dass ich kürzlich die „KulturTafel Lübeck“ gegründet habe. Menschen mit wenig Geld kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, finde ich immens wichtig – und das Prinzip ist so einfach wie bestechend: Nicht verkaufte Eintrittskarten werden von den Veranstaltern zur Verfügung gestellt und an Menschen vermittelt, die sich einen Besuch nicht leisten können.

Wenn ich mich doch mal nach Großstadtluft sehne, bewirkt ein Wochenende in Berlin Wunder. Dort möchte ich die Jubiläumsausstellung „50 Jahre Brücke-Museum“ sehen, die Gemälde und Zeichnungen der Künstlergruppe zeigt. Erfüllt von neuen Eindrücken werde ich dann spätestens auf der Rückfahrt denken: In Lübeck ist es aber am schönsten!

LN

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