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Lübeck — the City that doesn‘t sleep

Lübeck Lübeck — the City that doesn‘t sleep

„Wenn du nüchtern bist, ist das Leben eine Qual.“ Der Mann, der das singt, kommt mit einem Whisky-Glas auf die Bühne. Das wird er auch den ganzen Abend lang kaum mal loslassen.

Lübeck. „Wenn du nüchtern bist, ist das Leben eine Qual.“ Der Mann, der das singt, kommt mit einem Whisky-Glas auf die Bühne. Das wird er auch den ganzen Abend lang kaum mal loslassen. Seine beiden Kumpel gönnen ihm großzügig den ersten Solo-Auftritt im Lübecker Kolosseum: Wer kann denn wissen, ob es den smarten, aber schon ziemlich angesäuselten Knaben nicht irgendwann aus der Kurve trägt. . . Frank Sinatra und Sammy Davis jr. lassen jedenfalls ihrem Freund Dean Martin sicherheitshalber den Vortritt bei der Original Las Vegas Tribute Show „Happy Birthday Frank Sinatra“.

 

LN-Bild

Ein eingespieltes Team: Jonathan Poretz (M.) als Frank Sinatra und Johnny Edwards (r.) als Dean Martin.

Quelle: Thorsten Wulff

Der Kern des „Rat Pack“, dieser legendären Truppe amerikanischer Schauspieler und Entertainer in den 60er Jahren, gastiert erstmals in Deutschland. In mehr als 50 Städten treten sie auf: Jonathan Poretz als Frank Sinatra, Johnny Edwards als Dean Martin und Nicholas Brooks als Sammy Davis jr.. Das Programm ist als Geburtstagsfeier angelegt: Im Dezember wäre Frank Sinatra 100 Jahre alt geworden — „aber ich gehe doch locker noch als 85-Jähriger durch, oder?“, fischt Ol‘ Blue Eyes beim amüsierten Publikum nach Komplimenten.

Begleitet von einer sechsköpfigen Band, füllen die drei Sangesbrüder das ausverkaufte Kolosseum mit sattem, entspanntem Gute-Laune-Sound. Die Vorstellung ist aber mehr als ein „Best Of“ der Hits, die damals im Sands Hotel in Las Vegas erklangen. Die Freunde schnacken viel miteinander, notfalls auch während eines Songs, erzählen hochprozentige Witze und schwelgen in Erinnerungen — zum Beispiel an ihren Film „Ocean‘s Eleven“: „Wir meinen natürlich das Original und nicht diesen Abklatsch mit den hässlichen Vögeln George Clooney und Brad Pitt!“

Vor schwarz-weißer Las Vegas-Kulisse spielen Edwards, Brooks und Poretz einander die Bälle zu — so wie die Vorbilder, denen sie gut gelaunt ihre Reverenz erweisen: als herrlich lasziver Trunkenbold, als tanzendes, glitzerringgeschmücktes Energiebündel und als Grandsigneur des Entertainment. Bleiben eigentlich nur zwei Feststellungen und eine Frage: Wenn die Show dem Original nahekommt, dürfte die Ursprungs-Besetzung Mordsspaß bei ihren Auftritten gehabt haben. Dean Martin kann eigentlich nie nüchtern gewesen sein. Und was, bitteschön, haben die drei Sänger da den ganzen Abend so lustvoll an ihrer kleinen Bühnenbar gepichelt? Doch wohl kaum „Jack“ und „Johnnie“! Sabine Räth

LN

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