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Kultur im Norden Lübecker Bote bringt Rotspon und Marzipan
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22:21 05.11.2013
Seit 21 Jahren verkörpert Horst Possehl (75) den Martensmann, der im Herbst mit einem Fass Wein von Lübeck nach Schwerin reist. Quelle: Malte Behnk
Schönberg

Das Praktische an Ritualen: Jeder weiß, was auf ihn zukommt. So ist es an Weihnachten, an Silvester und beim Besuch des Martensmannes in Schönberg. Zum 23.

Mal nach der Wende kommt der Lübecker Bote in die Stadt. Horst Possehl, mittlerweile 75 Jahre alt, wird zum 21. Mal ins Martensmannkostüm schlüpfen und eine weiße Perücke aufsetzen. Und wieder wird ihn der Schönberger Bürgermeister auf dem Kirchplatz empfangen. „Selbstverständlich wird auch in diesem Jahr ein Fass Lübecker Rotspon für die Schönberger und ihre Gäste in seinem Gepäck sein“, kündigt Michael Heinze (Linke) an. Am kommenden Sonnabend, 9. November, ist es wieder so weit. Dann pflegt Schönberg ein Ritual, das Gemeinschaft stiften soll. „Beim Martensmann trifft sich Schönberg“, sagt Matthias Aurich. Der 52-jährige Hausmeister der Palmberghalle organisiert das Fest immerhin zum vierten Mal.

Er sagt: „Für die Schönberger ist es wichtig, dass sie sich treffen, sich unterhalten können.“ Dazu werden sie am 9. November ab 12.15 Uhr Gelegenheit haben. Dann wird sich auf dem Platz neben dem Kino ein Festumzug sammeln. Mitgehen werden nach Matthias Aurichs Auskunft auch drei Frauen in Mecklenburger Trachten, die Sagenfigur „Weiße Frau“, der Reit- und Fahrverein Rupensdorf und die Lübecker Freibeutermucke. „Ich gehe davon aus, dass auch die Schönberger Schützen mitmarschieren“, sagt der Organisator des Martensmannfestes. Der Umzug wird sich gegen 12.30 Uhr in Bewegung setzen. Sein Ziel: der Kirchplatz, wo nach Matthias Aurichs Auskunft bereits ab 12 Uhr ein „fröhliches Markttreiben“ herrschen wird. Essen und Getränke würden gereicht, die Kirchengemeinde biete Handarbeiten an. Zur Begrüßung des Martensmannes spiele die Parforcehornbläsergruppe Maurinetal. „Sie ist ein verlässlicher Partner“, lobt der 52-jährige Organisator. Erwachsene dürfen den Rotwein verkosten, den der Martensmann aus Lübeck mitbringen wird. Für Kinder hat er Marzipan im Gepäck. Gegen 14 Uhr wird er Schönberg in Richtung Rehna verlassen. Das Martensmannfest endet damit aber nicht. Ab 14 Uhr verspricht die Stadt „ein buntes Programm auf der Bühne und auf dem Kirchplatz“. Die Parforcehornbläsergruppe „Maurinetal“, die Lübecker Freibeutermucke und die Musikgruppe „Reuters Fritzen“ aus dem Klützer Winkel spielen.

So oder so ähnlich kennen es die Schönberger und ihre Gäste seit Jahren. Und auf noch eines können sie sich verlassen: Auch diesmal wird das Martensmannfest gegen 17 Uhr enden.

Der Martensmann und seine Reise nach Schwerin
Seine Reise startet der Martensmann mit einem Fass Rotspon in Lübeck. Die erste Station ist nach knapp 20 Kilometern in Schönberg, wo er zur Mittagszeit mit seiner Kutsche ankommt.

In Rehna wird er am Abend begrüßt und bekommt ein Nachtlager. Angeblich, weil die rehnschen Jungs schon im 18. Jahrhundert sehr fordernd waren, wirft er noch heute Kindern Bonbons zu.

Ein Video vom Besuch des Martensmannes im vergangenen Jahr und der Verleihung der Ehrennadel der Stadt Schönberg an ihn ist im Internet unter ln-online.de zu sehen.

Jürgen Lenz

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