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Kultur im Norden Lübecker Künstler bitten nach draußen
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14:44 25.07.2016
Das Pferd, bekannt aus dem Sportunterricht, mit echtem Pferdefell: Die Lübecker Künstlerin Angela Hartig mit „Equus“. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Draußen – das ist ein eigenes Universum. In der Sommerausstellung der Produzentengalerie Artler richten zwei Künstlerinnen und zwei Künstler ihren Blick ins Freie – auf Landschaften, Küsten, Strände, Tiere oder virtuelle Orte. „Outside“ heißt die Schau, die heute Nachmittag eröffnet wird.

Wie zur Begrüßung gibt es eine Begegnung mit einem Tier, das wie kaum ein anderes für Beweglichkeit und Freiheit steht: das Pferd. Angela Hartig allerdings hat mit „Equus“ eine besondere Art des Nutzpferds befreit. Das Turngerät, das für sie in ihrer Schulzeit für „Schweiß und Tränen“ stand, trägt ein echtes Pferdefell mit echtem, wenn auch etwas gestutztem Pferdeschweif. Pferde, die bei Angela Hartig zu den wiederkehrenden Motiven gehören, tauchen auch in einer Serie von vier Bildern auf. Objets Trouvés sind die Grundlage, und zwar golden gerahmte Kupferstiche mit Motiven aus der Wiener Hofreitschule. Dem Sein spürt Hartig, Jahrgang 1961 und Kunstlehrerin in Lübeck, in weiteren Arbeiten nach. Hier arbeitet sie mit Fundstücken aus dem Schulalltag. Zerschnittene Schulkarten und Zeichnungen von Insekten ergeben ein Patchwork, das sich mit dem Dasein der Tiere an sich und ihrem Paarungsverhalten befasst.

„Von der Landschaft lasse ich mich anregen und inspirieren“, sagt die Bad Schwartauer Künstlerin Gesche Stiebeling. Steine aus hiesigem Vorkommen auf einer weißen Platte angehäuft führen einen Dialog mit zwölf streng zu einem Rechteck angeordneten Schwarz-Weiß-Aquarellen. Stiebelings Arbeit mit dem Titel „Robinia pseudoacacia“ an der Wand krümmen sich leicht, sind aber doch von erhabener Schlichtheit: Dornenzweige der Robinie, die die botanische Bezeichnung des Baumes als Künstlernamen führen.

Wer mit draußen vor allem Küstenlandschaften, Wasser, Himmel verbindet, der findet in den Gemälden Walther Kunaus genau dieses. „Die Natur ist der große Lehrmeister“ lautete von Anfang an der Glaubenssatz des in Bad Oldesloe beheimateten Künstlers. In der Ausstellung bittet er ans Meer, an die Nordsee oder auch nach Norwegen. Kunau aber malt nicht das Besondere dieser Orte, bietet keine Details, sondern ihr Wesenhaftes, das freundlich und frisch sein kann wie die Farbe Türkis, aber auch kantig und unzugänglich.

Die großformatigen Landschaftsbilder Wolfgang Christophersens dagegen scheinen förmlich zu leuchten oder gar zu glühen. Der 1947 in Flensburg geborene Künstler hatte die Ausstellung noch mitgeplant, starb dann aber überraschend. Dass seine Bilder in der Schau zu sehen sind, ist als eine Art erstes Gedenken gedacht.

Eröffnung heute um 17 Uhr, Große Burgstraße 32, zu sehen bis zum 3. September.

liz

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