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Lübecks nächste große Baustelle

Lübeck Lübecks nächste große Baustelle

Das Theater Lübeck braucht dringend 800000 Euro, um die marode Bühnentechnik im Großen Haus und in den Kammerspielen zu modernisieren.

Der technische Standard (...) ist längst nicht mehr zeitgemäß.“ Christian Schwandt, Geschäftsführender Theaterdirektor.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Die Sanierung der MuK soll insgesamt 22,3 Millionen Euro kosten — im Theater Lübeck geht es um kleinere Summen. Die anstehenden Arbeiten aber sind ebenso wichtig wie die in der MuK. „Jetzt müssen wir dringend die Obermaschinerien in beiden Häusern angehen“, sagt Christian Schwandt, Geschäftsführender Theaterdirektor. Diese Maschinerie steuert die Bewegung von Kulissenteilen und Bühnenvorhängen, die an sogenannten Zügen von oben nach unten oder umgekehrt gezogen werden können. „Im Sommer werden wir beginnen, diese Technik im Großen Haus und in den Kammerspielen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Diese Arbeiten werden rund eine Million Euro kosten — das Theater kann sich aus eigenen Mitteln mit 200000 Euro daran beteiligen. Daher brauchen wir Zusatzmittel von 800000 Euro“, sagte Schwandt den LN.

„Der technische Standard, den wir in beiden Häusern derzeit haben, ist längst nicht mehr zeitgemäß“, so Schwandt weiter. Und nicht nur das: Für die Steuerungscomputer der Bühnenmaschinerien waren kaum noch Ersatzteile zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Generalsanierung des Theaters in den Jahren 1995/96 Systeme verschiedener Hersteller eingebaut wurden. In den vergangenen 20 Jahren sind mehrere Rechnergenerationen entwickelt worden, Software für die Alt-Geräte gibt es praktisch nicht mehr.

„Wir haben 2010 einen Sanierungsbedarf von rund 2,6 Millionen Euro bis 2018 festgestellt. Dieses Geld ist mindestens notwendig, um das Haus zu erhalten“, sagt Christian Schwandt. Bei Sanierungs- und Erhaltungsinvestitionen gibt es ein zusätzliches Problem. Das Theatergebäude gehört der Hansestadt Lübeck, die Einbauten der gemeinnützigen Theater Lübeck GmbH. „Es ist immer diskussionswürdig, wer wofür aufkommt, Stadt oder Theater. Wir haben uns aber immer geeinigt. Seit 2010 haben wir etwa 1,66 Millionen Euro verbaut. Davon hat die Stadt 1,1 Millionen Euro getragen, den Rest das Theater.“

Mit den 1,66 Millionen Euro konnten bereits schwerwiegende Mängel behoben werden. Der größte Brocken war die Modernisierung des Brandschutzes, die allein etwa 1,3 Millionen Euro verschlang. Für die Untermaschinerie im Großen Haus, die unter anderem die Drehscheibe sowie die Hebungen und Senkungen auf der Bühne bewegt, war eine neue Steuerungstechnik fällig, die 155000 Euro kostete.

Die Sperrung des Konzertsaales in der MuK sei in Sachen Finanzen auch ein Schlag ins Kontor für das Theater Lübeck. „Um nur ein Beispiel zu nennen: Bei einem realistisch geschätzten Besuch von 1600 Zuhörern im Konzertsaal beim letzten Neujahrskonzert hätten wir rund 63000 Euro eingenommen. In der Rotunde mit ihrem kleineren Fassungsvermögen konnten wir nur 43000 Euro einnehmen“, sagt Schwandt. Die Lübecker Philharmoniker bleiben aus seiner Sicht das wichtigste Ensemble in der MuK mit 20 bis 22 Konzerten pro Jahr, das Schleswig-Holstein Musik Festival bietet 14 bis 16 Konzerte in der MuK an, der NDR kommt mit seinem Sinfonieorchester vom kommenden Jahr an nur noch sechs Mal nach Lübeck.

„Wir brauchen den Konzertsaal der MuK, um unsere durchaus guten Besucherzahlen bei den regulären Sinfoniekonzerten und den Sonderkonzerten zu halten“, meint Schwandt. „Wir müssen deshalb dringend zu einer pragmatischen Lösung für den Saal kommen, wenn die Sanierung bis Ostern kommenden Jahres beendet sein soll.“ Die Zusage des Landes, zwei Millionen der Sanierungskosten zu übernehmen, erleichtere dieses Vorhaben: „Die Verwaltung hat etwa vier Millionen Euro für die MuK-Sanierung eingestellt. Zusammen mit den Geldern vom Land wäre es also möglich, die Sanierung schon bald zu beginnen. Für Konzertsaal und Foyer werden zusammen etwa 8,5 Millionen Euro benötigt.“

Lebendiges Theater auch ohne Ballett
Das Theater Lübeck wurde 1908 im Jugendstil anstelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1859 — des sogenannten Casino-Theaters — in der Beckergrube 10-14 mit Spenden des Mäzens Emil Possehl durch den Dresdner Architekten Martin Dülfer sowie dessen örtlichen Bauleiter Max Baudrexel neu errichtet. In den 1990er Jahren musste das Gebäude grundlegend saniert werden. Für seine Finanzhilfen hierzu machte es das Land zur Auflage, das Lübecker Ballett zu schließen. Das Angebot umfasst heute im Großen Haus, den Kammerspielen, dem Jungen Studio und der Musik- und Kongresshalle Musiktheater, Sprechtheater und Konzerte der Lübecker Philharmoniker.

Jürgen Feldhoff

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