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Kultur im Norden Lummerland liegt jetzt am Kolk
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21:10 28.06.2013
Von Jürgen Feldhoff
Puppenkisten-Leiter Klaus Marschall mit dem Musikanten Luigi aus „Das Tanzbärenmärchen“. Quelle: Fotos: Neelsen
Lübeck

Die Augsburger Puppenkiste ist eines der traditionsreichen deutschen Puppentheater. Seit 1948 spielt das Theater in Augsburg, es geht auf Tournee und ist seit 1953 auch im Fernsehen präsent. Jetzt machen einige der bekanntesten Figuren der Puppenkiste Station in Lübeck: Das Theaterfigurenmuseum im Kolk zeigt eine Sonderausstellung mit Urmel und seinen Kumpanen.

Alle Fernsehstars an Fäden konnten nicht nach Lübeck kommen, sie haben — sozusagen — Dienst im Augsburger Museum der Puppenkiste. Es fehlen zum Beispiel der Räuberhauptmann Bill Bo mitsamt seiner Bande, Kater Mikesch und sein allerliebstes Motorrad sind auch nicht dabei, der kleine dicke Ritter Sir Oblong Fitz Oblong musste ebenso zu Hause bleiben wie das Sams. Aber dafür ist das Original-TV-Urmel zu bestaunen, genauer gesagt: das Baby-Urmel. Frisch aus dem Ei geschlüpft sitzt es in einer Vitrine, während im Schaukasten nebenan das Tanzbärenmärchen in einer wunderbaren Dekoration seinen Lauf nimmt (zum Glück fehlt die böse Hexe Urka, deshalb haben die Bären Atta Troll und Mumma Troll wenigstens in Lübeck ihre Ruhe). Auch eine echte Lummerland-Dekoration mit Lokomotive Emma und der legendären Plastikfolie, die das bewegte Meer darstellte, sind im Museum im Kolk zu sehen.

Alles Gegenstände der Erinnerung, sogar der kollektiven Erinnerung der älteren Generation, die mit den mehr als 1000 Auftritten der Figuren der Augsburger Puppenkiste im Fernsehen aufgewachsen ist.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer etwa kamen 1961 erstmals ins Fernsehen, ihren Abenteuern wurde geradezu entgegengefiebert. „Heute ist im Kinderfernsehen kein Platz mehr für die Puppenkiste“, sagte gestern in der Ausstellung Klaus Marschall, Chef der Puppenkiste. „Es gibt ganz einfach keine Möglichkeiten mehr, Mehrteiler mit der Puppenkiste zu finanzieren. Stattdessen werden beliebige Billig-Programme gesendet.“ Deshalb ist Klaus Marschall schon froh darüber, dass der öffentlich-rechtliche Kinderkanal in diesem Sommer Wiederholungen von Puppenkisten-Produktionen ins Programm nimmt.

Im Bayerischen Fernsehen bekommt die Puppenkiste jetzt allerdings im Abendprogramm einen festen Sendeplatz. „Es ist eine Mischung aus Comedy, Satire und politischem Kabarett, die wir für den BR produzieren“, sagt Klaus Marschall. „Damit sind wir zwar im Fernsehen, aber wieder in einer Schublade, dem Programm für Erwachsene. Mal sehen, wie lange es dauert, bis wir dort wieder herauskommen.“

In ihrem Augsburger Domizil richtet sich ungefähr ein Drittel der jährlich 450 Vorstellungen an ein erwachsenes Publikum. Insgesamt zählte die Augsburger Puppenkiste seit ihrer Gründung 1948 mehr als 4,5 Millionen Zuschauer. Zurzeit bespielt das Theater auch Kinderkliniken mit einem Mutmach-Stück, auch in Kindergärten treten Ensembles der Puppenkiste auf.

International haben die Augsburger unter anderem in Japan großen Erfolg gehabt. „Dort standen die Menschen Schlange, um unsere Vorstellungen zu sehen“, sagt Klaus Marschall. Probleme gab es jedoch in arabischen Ländern: „Dort konnten wir ,Urmel‘ nicht spielen — wegen Mama Wutz.“

Das Begleitprogramm der Ausstellung
Gastspiel: Am 29. Juli 2013 treten die Puppenspieler der Augsburger Puppenkiste mit dem Stück „Urmels große Reise“ im Figurentheater Lübeck gleich neben dem Theaterfigurenmuseum als Begleitprogramm zur Sonderausstellung auf. Das Stück wird um 15 Uhr und ein zweites Mal um 18 Uhr in offener Spielweise gegeben, die Puppenspieler mit ihren Figuren sind während der Aufführung sichtbar.

Geocaching: Wer findet die Augsburger Schatzkiste? In Lübeck ist während der Laufzeit der Sonderausstellung ein Schatz versteckt. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes oder eines internetfähigen Smartphones lässt er sich finden. Zusätzlich braucht man eine gute Spürnase und eine Prise Cleverness. Hinweise zum Versteck gibt es unter www.Theaterfigurenmuseum.de/de/geocaching

Lübeck singt: Im Rahmen der Museumsnacht werden am 31. August 2013 um 21 Uhr einige Lieder der Augsburger Puppenkiste geschmettert. Unter der Leitung von Knut Peters, mit der Grölgruppe des Theaters Combinale und der Unterstützung professioneller Sänger wird unter anderem das Lummerlandlied auf dem St. Petri Kirchhof erklingen. Um rege Beteiligung begeisterter Sänger wird gebeten.

Jürgen Feldhoff

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