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Luxuriöses Wohnen in luftiger Höhe

Frankfurt am Main Luxuriöses Wohnen in luftiger Höhe

Auch in deutschen Großstädten entstehen Wohntürme. Große Entspannung auf dem Wohnungsmarkt bringt deren Bau aber nicht.

Hier ist noch Platz für weitere Wohnhochhäuser: In der Hafencity Hamburg bietet der Marco-Polo-Tower teuren Wohnraum – Wladimir Klitschko hat hier sein Domizil.

Quelle: Roberto Kai Hegeler (hfr)

Frankfurt am Main. Die einzige Skyline in Deutschland wandelt sich: In der Frankfurter Innenstadt wachsen Wohnhochhäuser in kleinen Gruppen in die Höhe. Für den höchsten Wohnturm der Republik, den luxuriösen „Grand Tower“, haben die ersten Arbeiten begonnen. Mit mindestens 172 Metern soll er das von dem amerikanischen Architekten Frank Gehry geplante Haus am Berliner Alexanderplatz noch überragen. Im neuen Henninger Turm (140 Meter) im Stadtteil Sachsenhausen ziehen die ersten Mieter Anfang 2017 ein. Frankfurt hat nicht nur bei den Bürotürmen, sondern auch bei den Wohn-Giganten in Deutschland die Nase vorn.

Nach Einschätzung von Peter Cachola Schmal, dem Leiter des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, beschränkt sich der Trend zu Wohnhochhäusern nach asiatischem oder nordamerikanischem Vorbild noch auf die Bankenstadt. Ein Berliner Projekt am Alexanderplatz habe Realisierungsschwierigkeiten, in München seien nur kleinere Wohnhochhäuser erlaubt. In der Hamburger Hafencity hat das Stuttgarter Büro Behnisch Architekten immerhin einen Wohnturm errichtet — dieser ist aber nur 60 Meter hoch.

Schmal weiß: „Der Bau von Wohnhochhäusern kostet mehr Geld.“ Doch wenn ein Bauherr Wohnungen im normalen Preissegment anbieten könnte, würden Wohnhochhäuser auch in Großstädten mit Platzmangel interessant werden. Wie in Frankfurt bereits heute schon: Die Stadt hat bereits eine Skyline, wächst jedes Jahr um mehr als 15 000 Menschen, und die Fläche ist klein. Inzwischen werden im Kaiserlei-Viertel an der Grenze zu Offenbach Wohnhochhäuser im mittleren Preissegment geplant.

Zu den markantesten Wohngebäuden, die in der City in Planung sind, gehören der „Tower 90“ (90 Meter) mit hängenden Gärten und das Porsche Design Wohnhochhaus (100 Meter). Der „Grand Tower“ soll auf 47 Stockwerken Platz für 400 Luxuswohnungen bieten, mit zwei Terrassen sowie Aussichtsplattform. 19 000 Euro kostet ein Quadratmeter in den obersten fünf Geschossen im Schnitt.

Benedikt Hotze vom Bund Deutscher Architekten stellt fest: „Wohnen im Hochhaus ist ein Prestigephänomen im hochpreisigen Eigentumswohnungsbau und unterscheidet sich damit ganz grundsätzlich von den Großsiedlungen der 1960er und 1970er Jahre.“ Eine Entlastung des Wohnungsmarktes bringen die Türme nicht. „Für eine Luxuswohnung, die zusätzlich auf den Markt kommt, wird kaum bezahlbarer Wohnraum an anderer Stelle frei.“ Zukunftsforscher Andreas Steinle aber benennt die Vorzüge: „Die Wohntürme definieren das Wohnen neu, als ein Rundum- Sorglos-Service wie in einem Luxus-Hotel.“ 24-Stunden-Empfang, Paketannahme, Wäscherei-, Reinigungs- und Parkservice nennt er als Beispiele.

Steinle, Geschäftsführer der Zukunftsinstitut Workshop GmbH, nennt neben dem weltweiten Run auf Städte auch die anhaltende Niedrigzinsphase als Triebfeder, Wohnungen in Luxustürmen zu kaufen.

Hotze vom Bund Deutscher Architekten mahnt: Eine Wohnung in Berlin oder Frankfurt sei für viele Reiche aus aller Welt schick. „Sie nutzen die Wohnung aber nur ein paar Mal im Jahr, den Rest der Zeit steht sie leer.“ Eine Verödung des Umfelds drohe.

Die Stadt Frankfurt sollte künftig wieder strenger darauf achten, dass die Hochhäuser zur Belebung der Umgebung beitrügen, mahnt Museumschef Schmal. „Ein geschicktes Hochhaus versucht — wie in Asien — die ersten Geschosse sehr lebendig zu halten. Wenn die Öffentlichkeit die unteren Stockwerke gut annimmt, dann verbessert dies auch das Viertel drum herum.“

Wenn dann noch eine Bar, ein Restaurant oder eine Besucherplattform in den oberen Stockwerken dazu kämen, sei das öffentliche Leben im Turm gesichert.

Von Ira Schaible

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