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Kultur im Norden Männer in der Abseitsfalle
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19:13 17.05.2018
Tommy Geisler führt Regie in der Fußball-Komödie „Abseitsfalle“ und spielt eine Hauptrolle.
Lübeck

Dirk Böhling hat das Stück „Abseitsfalle“ geschrieben, es entwickelt sich nach etwas zähem Beginn eine ganz wunderbare Verwechslungskomödie. Hat man alles schon gesehen. Macht aber nichts, denn was Tommy Geisler und seine Mitstreiter auf die Bühne des Volkstheaters zaubern, kann sich sehen lassen.

Besagter Manni Brenner ist, wie es bei Komödien dieser Art sein muss, ein geborener Pechvogel. Und ausgerechnet am Tag, für den der Verlagsvertreter aus den USA seinen Besuch angekündigt hat, stürzt Manni über ein Spielzeug seines Sohnes und fällt auf den Kopf. Ergebnis: Amnesie, Manni ist jetzt der Mann ohne Gedächtnis. Aber da ist ja noch der beste Freund des Hauses, der Mediziner Heinz Heckmann, und der schlüpft jetzt in die Rolle von Manni. Leider hat der Doktor keine Ahnung von Fußball, bei einem Crash-Kurs kann er sich nur die Abseitsregel merken. Dann erscheint der Amerikaner, der passenderweise den Namen Netzer trägt, und der ganz große Spaß gelingt. Doktor Heinz schlägt sich wacker, zur Not souffliert ihm Mannis Sohn Aribert. Und wenn Heinz überhaupt nichts mehr einfällt, fängt er an zu singen. Natürlich zuerst Wencke Myhres Hit „Er steht im Tor“. Die Dialoge sind ausgesprochen witzig, Regisseur Tommy Geisler hat das Stück geschickt gestrafft und auf den Punkt gebracht.

Ganz wunderbar ist Amelie Fischer in der Rolle von Mannis geplagter Ehefrau. Sie hat die Rolle kurzfristig übernommen, zu Beginn war ihr die Nervosität deutlich anzumerken. Nach der Pause aber lief sie zu großer Form auf, zuerst leicht, später kräftig angeschickert, weil sie versucht, den Verlagsvertreter unter Alkohol zu setzen und dabei selbst zu tief ins Glas schaut. Diese Szenen gelangen Amelie Fischer am besten. Tolga Aytekin ist ein sehr guter Manni, der gekonnt völlig verwirrt über die Bühne stolpert und immer wieder die Frage stellt: Wo bin ich eigentlich? Als Verlagsvertreter Netzer überzeugt Lars Küther. Erst freundlich, dann immer misstrauischer und am Ende empört über die Schwindeleien im Hause Brenner macht er eine erstaunliche, aber glaubhafte Wandlung durch.

Ebenfalls überzeugend und mit fabelhafter Textverständlichkeit agiert Jacob Köpke als Sohn Aribert. Und was macht Tommy Geisler? Er spielt natürlich den Freund der Familie, den leicht vertrottelten Arzt Heinz Heckmann. Diese Rolle wirkt wie für Tommy Geisler geschrieben, in ihr hat er alle Möglichkeiten, dem Affen Zucker zu geben. Eine ausgezeichnete Ensembleleistung war zu erleben – so kann Fußball auch Spaß machen.

Nächste Vorstellungen am 18., 19. und 20. Mai.

Vielseitiger Künstler

Dirk Böhling, geboren 1964 in Preetz, arbeitet als Schauspieler, Regisseur, Moderator und Autor. Nach dem Abitur 1984 absolvierte er eine Schauspielausbildung in Hamburg und spielte an verschiedenen Theatern. Außerdem wirkte er schon vor und während seines Schauspielstudiums in NDR- und Radio Bremen-Hörspiel sowie in Fernsehproduktionen mit. 1997 begann Dirk Böhling seine Tätigkeit als Theaterregisseur in Theatern der Bundesrepublik. Seit 2007 gehörte er zum festen Regie-Stamm des Bremer Theaters. Als Autor arbeitet Böhling seit dem Jahr 2000. Die 1970er-Jahre-Revue „Hossa“ war sein erster Erfolg, „Abseitsfalle“ hatte 2004 Premiere.

Jürgen Feldhoff

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