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Kultur im Norden Märchenhaftes auf der Kammerbühne
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19:13 14.06.2018
In Rüschenhemd und Kniehose: „Theatergeist“ Johann von Rasselstein (Johannes Merz). Quelle: Foto: Lutz Roessler

Musikalisch illustriert hatte es Komponist Andreas N. Tarkmann. Der 62-jährige Wahl-Stuttgarter war selbst im Publikum und freute sich an der gebannten Stille, die von den jungen Zuhörern in den ausverkauften Kammerspielen ausging. Im LN-Gespräch erzählte er, dass er mit seinen Kompositionen das „große Kind in sich entdecke“ und es liebe, wie „direkt, ehrlich und spontan“ das junge Publikum auf seine Musik reagiere. Ihm sei wichtig, dass Kinder eine positive Erfahrung mitnähmen, dass man sie nicht überfordere, sondern neugierig mache: „Schließlich sind sie das Publikum von morgen.“

Seine neo-klassizistische, also eingängige Musik, war dazu bestens geeignet. Für Kinder komponiere er bewusst in diesem Stil: „Für Erwachsene kann ich auch anders.“

Das Märchen wurde zu einem Portrait. Rasselstein las in Rüschenhemd, Kniehosen und Schnallenschuhen klar und mit kindgerechtem Ausdruck die Geschichte vom arroganten Mistkäfer, der sich von seinem „warm-würzigen“ Misthaufen in des Kaisers Hof auf eine Reise begibt und außerhalb des Schlossgeländes allerlei bürgerliche Insekten kennenlernt und ziemlich herablassend behandelt. Unter der versierten musikalischen Leitung von Adrian Pavlov setzte das Philharmonische Orchester die Reise des dicken Käfers in Töne um. Träge surrte er mit Fagottklängen durch die Luft oder traf auf militärisch daherschreitende Ameisen, die durch Trommelwirbel im emsigen Gleichklang liefen. Gewitter krachte mit Pauken hernieder, der leichte Landregen wurde durch Geigen-Pizzicato fast schon fühlbar. Sich in der Nässe räkelnde Frösche wurden von Johannes Merz in einem köstlichen breiten österreichischen Dialekt gesprochen.

Hans Christian Andersen war ein besonders tiefgründiger Verfasser von Märchen. Sein Mistkäfer ist zuerst sehr unsympathisch, aber er entwickelt sich. Er lernt eine Prinzessin kennen, die ihm das Leben rettet, und dann wird er selbst zum Helden. Dieses Kinderkonzert hatte zwei große Themen, die den Kindern Freude machten, aber auch das Herz der Pädagogen höher schlagen ließen: Abenteuer und Mitgefühl. Cornelia Schoof

Nächste Vorstellung: am Sonntag, 17. Juni, um 11 Uhr, Familienvorstellung, Kammerspiele, Tickets unter Telefon 0451/399600

LN

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