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Kultur im Norden Massenets Oper „Thaïs“ wurde wieder zum Erlebnis
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18:25 19.10.2013

Marc Adams Inszenierung der Oper „Thaïs“ von Jules Massenet aus der vergangenen Saison war ein großer Wurf. Auch die Wiederaufnahme im Großen Haus des Theaters Lübeck am Freitag beeindruckte das Publikum.

Im Zentrum des Interesses stand dabei jedoch der erste große Auftritt des neuen Ensemble-Mitglieds Daniel Jenz. Der junge Tenor schlug sich wacker durch seine durchaus exponierte Partie des Nicias.

Was ihm an stimmlicher Reife noch fehlt, macht er durch Bühnenpräsenz und Beweglichkeit wett. Saubere Intonation (ganz im Gegensatz zum Palémon-Darsteller   Kong Seok Choi) zeichneten Jenz‘ Gesang ebenso wie gute Textverständlichkeit aus. Nur gelegentlich klang Jenz‘ Stimme etwas angestrengt.

Daniel Jenz hatte es an diesem Abend mit Antonio Yang, der leider nur noch als Gast in Lübeck singt, als Athanaël und Lea-ann Dunbar als Thaïs mit zwei Kollegen in Hochform zu tun. Der mittlerweile am Staatstheater Nürnberg engagierte Antonio Yang beeindruckte durch seine stimmliche Kraft und Präzision, auch seine Textgestaltung ist vorbildlich. Lea-ann Dunbar zeigte Kondition, auch die allerletzten, extremen Spitzentöne traf sie scheinbar mühelos und klangschön. Ein interessanter Abend also im Großen Haus, bei dem der 1. Kapellmeister Andreas Wolf die Lübecker Philharmoniker einfühlsam, aber bestimmt zu einer großen Leistung führte.

Daniel Jenz darf mit seinem Debüt zufrieden sein, das Publikum spendete ihm mehr als freundlichen Beifall. Wenn der junge Sänger sorgfältig aufgebaut und nicht überfordert wird, kann er sicher schon bald seine Qualitäten als lyrischer Tenor vollends ausspielen. Fel

Nächste Vorstellungen am 25. 10 und am 24. 11.

LN

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