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Matthäus-Passion in opulenter Besetzung

Lübeck Matthäus-Passion in opulenter Besetzung

Ausverkauftes Konzert in St. Jakobi.

Lübeck. Die Matthäus-Passion ist Johann Sebastian Bachs umfangreichstes und am größten besetztes Werk. Solisten, zwei Chöre und zwei Orchester hat der Thomaskantor für seine Vertonung der Passionsgeschichte nach dem Matthäus-Evangelium vorgeschrieben. Ulrike Gast, Kantorin an der Lübecker Jakobikirche, ist es am Sonntag gelungen, eine eindrucksvolle Aufführung des Passions-Oratoriums zu organisieren.

Zwei Chöre — mit den Knabenstimmen der Knabenkantorei an St. Marien sogar drei — sangen von Orgel- und Seitenempore, dort waren auch die beiden Orchester platziert. Daraus ergab sich ein ungewohnter, aber wunderbarer Raumklang, eine Art „Stereo-Effekt“ im ausverkauften gotischen Kirchenschiff.

Die Sängerinnen und Sänger der Kantoreien von St. Jakobi und der Bodelschwingh- Gemeinde harmonierten herausragend gut, die wenigen Wackler bei Einsätzen waren der räumlichen Distanz zwischen den Dirigenten Ulrike Gast und Simon Schumacher geschuldet und trübten den vorzüglichen Gesamteindruck, den die Chöre hinterließen, nicht. Nach etwas zurückhaltendem Beginn fanden die Dirigenten schnell zu rascheren, dem dramatischen Geschehen angepassten Tempi. Das auf historischen Instrumenten spielende Elbipolis Barockorchester Hamburg bot ebenfalls eine ausgezeichnete Leistung.

Unter den Solisten hatten Dorothee Fries (Sopran) und Nicole Pieper (Alt) gelegentlich Probleme, sich gegen das eher leise spielende Orchester durchzusetzen. Max Ciolek zeigte als Evangelist gute gestalterische Ansätze, wobei seine stimmliche Kraft nicht immer ausreichte. Daniel Jenz (Tenor) sprengte mit seiner schweren Opernstimme den dynamischen Rahmen beinahe. Die Bassisten Christian Miedl (Christus-Worte) und Konstantin Heintel überzeugten. Fel

LN

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