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Kultur im Norden Max Mutzke und die MuK als Music Hall
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18:17 27.08.2016
Max Mutzke stand mit der NDR Radiophilharmonie unter Leitung von Enrique Ugarte und der Band monoPunk auf der Bühne. Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Max Mutzke war elf, als er zur Musik von Robert Cray sein Zimmer strich. Er ist überhaupt mit diesem ganzen Zeug groß geworden, mit Maceo Parker, John Lee Hooker, Stevie Wonder und Herbie Hancock. Es war die Musik seines Vaters, eines Gynäkologen und Bandmusikers, und wenn er heute auf der Bühne steht, dann bleibt das nicht verborgen. Jazz, Funk, Soul, Rhythm and Blues, in diesem weitläufigen Gelände ist er unterwegs. Und wenn er wie am Freitagabend in Lübeck die NDR Radiophilharmonie mit Pauken, Harfe und Trompeten dabei hat, dann fügt sich auch das.

Max Mutzke ist der Mann, der 2004 beim Eurovision Song Contest Achter geworden ist. Stefan Raab, „Can’t wait until tonight“, man kennt die Geschichte. Seither hat er sieben Alben veröffentlicht, mit Leuten wie Klaus Doldinger und Nils Landgren gearbeitet, mit Eko Fresh und Clueso und kommt überhaupt ganz gut ohne Raabsche Hilfe zurecht. Momentan arbeitet er an der achten Platte, einem Live-Album, im Oktober soll es erscheinen. Und Songs vom Konzert im fast gefüllten MuK-Foyer werden auch darauf zu hören sein.

Ein schlanker Mann steht da auf der Bühne, schwarzer Anzug, Lederkappe, und singt mit einer Hand in der Hosentasche „IOU“, den ersten Song. Er ist kein Heldentenor, keiner, der mit Wucht alles in Grund und Boden deklamiert. Er ist mit seiner weichen, warmen Stimme eher für die feinen Nuancen zuständig. Songs wie der Klassiker „Me and Mrs. Jones“ verlangen ihm alles ab, aber er ist auch bereit, alles zu geben. Er arbeitet sich rein in die Untiefen dieser Geschichte, er ist zu Hause in dem Gefühlschaos, und die Orchester-Arrangements von Enrique Ugarte lassen ihm dafür den Raum. Es gibt auch einen Song von Barbra Streisand und in einer Kammermusikversion das großartige „Creep“ von Radiohead, in dem sich entgegen anderer Behauptungen aus dem Publikum kein einziger Grund zum Lachen findet. Ansonsten hört man die Musik Max Mutzkes, eines Sängers, Schlagzeugers und inzwischen 35 Jahre alten Familienvaters aus dem Schwarzwald, der sehr erwachsene Songs schreibt und charmant von ihnen zu erzählen weiß.

Die MuK ist keine Music Hall, das Foyer schon gleich gar nicht. Aber zum Schluss haben Mutzke, das Orchester und die Band monoPunk es fast zu einer gemacht. Ging es nach der Pause eher leise und bedächtig weiter, standen die Leute dann in den Reihen und erjubelten sich zwei Zugaben, unter anderem „You are so beautiful“ mit Enrique Ugarte am Blues-Akkordeon. Und im nächsten Jahr soll es auf große Orchestertour gehen. int

LN

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