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Max Reger als Meisterstück

Lübeck Max Reger als Meisterstück

Der SHMF-Chor gab im Lübecker Dom ein A-cappella-Konzert.

Lübeck. Bedeutende Beispiele hochromantischer Chormusik bot der Chor des SHMF im Dom. Zum Festivalchor gehören rund 200 Sängerinnen und Sänger, die zurzeit das Abschlusskonzert proben. Eine Auswahl seiner Sänger hatte der Schweizer Dirigent Nicolas Fink für ein A-cappella-Programm zusammengestellt. Das war beileibe kein Kammerchor. Exakt 131 Namen listet das Programmheft auf, 77 Damen und 54 Herren.

Diese große Sängerschar wurde gebraucht; denn die gebotene Literatur fächerte sich bis zu zwölf Stimmen auf. Max Reger, Gustav Mahler und Josef Gabriel Rheinberger hießen die Komponisten des Abends.

Zum Teil waren es selten zu hörende Werke, weil schon sechs- bis neunstimmige Sätze kleine Singgemeinschaften überfordern.

Am Anfang standen die drei sechsstimmigen Chöre opus 39 von Max Reger. Nicolas Fink ließ volltönend aussingen, entfachte immer wieder gewaltige Klangfluten. Leise Passagen, sauber gesungen, waren auf diesem Hintergrund Balsam. Strahlende Spitzentöne der Soprane, tief orgelnde Bässe – der Chor verfügt über die ganze Spannbreite menschlicher Stimmen.

Überzeugend malte der Festivalchor auch trübe Stimmungen aus, zum Beispiel bei Gustav Mahlers „Um Mitternacht“. Als Kontrast hierzu seine lichte, frisch im Tempo genommene Vertonung „Es sungen drei Engel“. Für das Meisterstück des Abends, Max Regers große Vaterunser-Komposition, stellte sich der Chor zu drei Gruppen um. Das Herrengebet erklang als innige Anrufung genauso schön im Piano wie im stürmischen Forte.

Dazwischen stand ein Block mit geistlichen Gesängen von Josef Gabriel Rheinberger – eingängiger in den Harmonien. Von Max Reger war auch die Zugabe, das „Urlicht“. Danach eine schöne Geste des Chores. Die Sänger verließen das Podium zwischen den Türmen und stellten sich rund um das Publikum im Mittelblock auf. Es erklang noch einmal Rheinbergers „Bleib’ bei uns, denn es will Abend werden...“.

kd

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