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Kultur im Norden „MeToo“ auf der Bühne
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18:16 27.10.2018
Probenfoto von „Konsens“ am St. Pauli Theater. Am 4. November ist Premiere. Quelle: MARCO MOOG
Hamburg

Kaum eine gesellschaftliche Diskussion hat die Gemüter in letzter Zeit so erregt wie die sogenannte „MeToo“- Debatte. Nina Raines hat sich jetzt mit einem Bühnenstück des hochdramatischen Themas angenommen. Die englische Dramatikerin hat mit „Konsens“ („Consent“) ein Stück über den menschlichen Makel der seelischen Kälte geschrieben. Am 4. November ist Premiere im St. Pauli Theater.

„Konsens“ spielt im Kreis einer jungen Londoner Juristenclique, die sich nach Kräften bemüht, den Beruf und die Beziehung zum anderen Geschlecht in eine Balance zu bringen. Als Anwälte, Richter und Verteidiger haben sie tagtäglich mit Scheidungsfällen und Vergewaltigungen zu tun. Zwei von ihnen, Edward und Jake, blicken eigentlich recht zuversichtlich in die Zukunft. Die Karrieren florieren, mit ihren berufstätigen Frauen Kitty und Rachel haben sie Familien gegründet. Zusammen mit ihren Freunden, der erfolglosen Schauspielerin Zara (die ausgerechnet ein Stück über den Rachekomplex der Medea probt) und dem Anwaltskollegen Tim werden Partys gefeiert und Ehekrisen ausgestanden. So lange, bis beide in einen Prozess gegen das Opfer einer Vergewaltigung eingebunden werden – der eine als Ankläger, der andere als Verteidiger des Angeklagten. Das Opfer der Vergewaltigung hat bei der Vernehmung aus Angst nicht erwähnt, dass es sich bei dem Angeklagten um einen vorbestraften Gewalttäter handelt.

Plötzlich sind durch den Fall die eigenen Beziehungen der beiden Junganwälte tangiert und bringen das einst so harmonische Gefüge durcheinander. Kitty erträgt die Empathielosigkeit ihres Mannes nicht länger und trennt sich von Edward. Als die Ehe ernsthaft zu zerbrechen droht, geht es nicht nur um das Sorgerecht für die Kinder. Plötzlich steht auch zwischen den beiden der Vorwurf der Vergewaltigung im Raum.

Nina Raine zeichnet in der Tragikomödie „Konsens“ mit britischem Humor das aufwühlende Porträt von in Rollenmustern verhafteten Menschen, für die Solidarität und Empathie Fremdworte zu sein scheinen. Die Britin inszenierte ihr erstes Stück 2006 im Londoner Old Red Lion Theatre und gewann zwei renommierte Autorenpreise.

„Consent“ feierte seine Uraufführung im April 2017 in London. Zu den prominenten Gesichtern des siebenköpfigen deutschsprachigen Ensembles gehören Stephan Schad und Johanna Christine Gehlen. Regie führt Ulrich Waller.

Konsens, St. Pauli Theater, Premiere: 4. bis 25. November, Tickets: 19-49 Euro

Alexander Bösch

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