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Kultur im Norden Mediziner packen ihre Musikinstrumente aus
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16:10 13.09.2016
Mediziner machen Musik: Dirigent Manfred Fabricius gestern bei einer Probe mit dem Orchester der Deutschen Kinderärzte. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Sie sind nach eigenem Bekunden „die ersten Ärzte, die mit ihren Instrumenten niemandem Angst einjagen“. So jedenfalls steht es auf Plakaten, mit denen das Orchester der Deutschen Kinderärzte und der Deutsche Ärztechor für ihr Konzert am Sonnabend in der Lübecker Petrikirche werben. Knapp 200 Instrumentalisten und Sängerinnen und Sänger treten für einen guten Zweck auf. Der Erlös des Konzerts ist für die Flüchtlingsarbeit des Kinderschutzzentrums Lübeck bestimmt.

Das 1960 gegründete Orchester der Deutschen Kinderärzte versammelt sich einmal pro Jahr für eine Probenwoche, an die sich ein oder mehrere öffentliche Auftritte anschließen. Erstmals hat es sich in diesem Jahr mit dem Deutschen Ärztechor zusammengetan. Geprobt wird im Hotel Hanseatischer Hof in Lübeck, das groß genug ist, um die Mitglieder von Chor und Orchester unterzubringen und zudem auch Räume für die Proben zur Verfügung stellen kann. Für die Mitwirkenden ist es eine Urlaubswoche voller Arbeit. Die „Reformationssinfonie“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Franz Schuberts Messe Nr.

5 in As-Dur für Chor und Orchester werden in den wenigen Tagen einstudiert. „Sportliche Voraussetzungen“ seien das, sagt der Berliner Dirigent Manfred Fabricius, der die musikalische Leitung innehat.

Während draußen ein Wetter herrscht, als hätte der Sommer sich im Datum geirrt, studiert Manfred Fabricius in einem der Hotel-Säle mit dem Orchester die Mendelssohn-Sinfonie ein. Die Kleidung – Jeans, kurze Hosen, Turnschuhe oder Sandalen – ist leger, die Atmosphäre konzentriert. Immer wieder unterbricht der Dirigent nach nur wenigen Takten. „Da sind noch zu viele Unsauberkeiten“, sagt Fabricius, „und es ist schon Montag.“ Bis Freitag muss alles sitzen, denn dann treten Chor und Orchester in Hamburg auf, am Tag drauf findet das Lübecker Konzert statt.

Der Deutsche Ärztechor, noch keine zehn Jahre alt, hat 300 bis 400 Mitglieder und tritt in wechselnder Besetzung auf. Etwa 110 bis 115 Sängerinnen und Sänger werden bei den Konzerten in Hamburg und Lübeck dabei sein. Auch der Chor besteht aus Amateuren, die viel Erfahrung mitbringen. Praktisch alle singen zu Hause in einem Chor, wie Chorleiterin Uta Singer betont.

Dass Ärzte und Psychotherapeuten Musik machen, kommt nach Auskunft von Matthias Brandis, Vorsitzender des Fördervereins des Orchesters, übrigens gar nicht selten vor. Von den 350000 Medizinern in Deutschland spielten 15000 bis 20000 in Orchestern.

Konzert am Sonnabend, 17. September, um 19 Uhr in St. Petri.

Karten für 20/12 Euro bei den Vorverkaufsstellen.

liz

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