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Kultur im Norden Mega-Umzug im Louvre
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18:10 28.12.2017
Paris

Die Verlagerung der Gemälde und Skulpturen nach Liévin im Norden Frankreichs ist einer der bedeutendsten Kunstumzüge Frankreichs. Der Ort zählt etwa 30 000 Einwohner und liegt nur 600 Meter von Lens entfernt, wo der Louvre im Dezember 2012 seine Dependance „Louvre Lens“ eröffnet hat.

Im Sommer 2019 soll das Kunstlager eingeweiht werden. Die Grundsteinlegung war am 8. Dezember, als das fünfjährige Bestehen der Dependance mit mehrtägigen Festlichkeiten gefeiert wurde.

Bislang werden die Schätze des Louvre an rund 60 Orten in und um Paris gelagert.

Der 18 500 Quadratmeter große Kunstbunker wurde von dem britischen Architektenbüro Rogers Stirk Harbour + Partners entworfen.

Das Modell gleicht mit seiner geneigten Dachebene von der Seite und aus der Luft einer flachen Skischanze.

Die Baukosten des fast in der Landschaft verschwindenden Mega-Lagers werden mit rund 42 Millionen Euro angegeben.  In Lens/Liévin soll eines der bedeutendsten Museumszentren Europas entstehen, wie der Direktor des Louvre sagte. Denn in dem Millionenbunker wird der Louvre nicht nur seine Schätze lagern und konservieren, sondern sie auch auf etwa 1700 Quadratmetern untersuchen und restaurieren. Der Umzug wird nach Einschätzung von Martinez fünf Jahre dauern.

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange: Jedes Werk werde fotografiert, registriert, mit einem Strichcode versehen und fein säuberlich verpackt, sagte Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez.

Zuletzt bedrohte der hohe Pegelstand der Seine im vergangenen Jahr die Sammlungen. Damals musste der Louvre über mehrere Tage geschlossen bleiben. Man habe 36 000 Werke aus den Kellern ins erste und zweite Stockwerk des Museums in Sicherheit bringen müssen, sagte Jean-Luc Martinez, und er erinnert sich. „Das war ein Albtraum.“

Die Kosten des Kunstbunkers, in dem auch vor IS-Terroristen gerettete Kulturgüter aus Syrien und Irak untergebracht werden sollen, werden unter anderem von der Europäischen Union, der Region und dem Louvre getragen, der mit mehr als 30 Millionen Euro den Hauptanteil übernimmt. Das Geld stammt aus einem Teil des Großprojekts „Louvre Abu Dhabi“, für das der Pariser Louvre rund eine Milliarde Euro unter anderem dafür bekommt, dass das Universalmuseum in der Hauptstadt des Emirats seinen Namen tragen darf und mit seinen Leihgaben bestückt wird.

LN

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