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Kultur im Norden Mehr Kultur in Boltenhagens Festsaal
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18:19 20.02.2016
Jennifer Rüth und Anne Folger, die „Queenz of Piano“. Quelle: Felix Groteloh

Boltenhagen Der Festsaal des Ostseebads soll nicht zum reinen Sitzungssaal „verkommen“. Im vergangenen Jahr fanden dort von Februar bis September zehn Veranstaltungen statt, größtenteils Konzerte des „Duo Folani“. Verglichen damit trafen sich Boltenhagens Politiker über das Jahr verteilt zu 16 Sitzungen von Ausschüssen oder der Gemeindevertretung in dem Festsaal — das soll sich ändern.

Schon am 12. und 13. März ist der Festsaal ein Veranstaltungsort des Boltenhagener Tanzfestivals und am 16. April wird die Band Rabaukendisko in der Kneipennacht im Festsaal auftreten.

Um noch mehr Kultur in den Saal zu bringen, hat die Kurverwaltung für dieses Jahr fünf Programme hochkarätiger Künstler für den modernen Veranstaltungsraum gebucht. Von März bis Oktober gibt es eine bunte Mischung aus Kabarett und Musik. „Wir wollen die Möglichkeiten mehr nutzen, die uns der Festsaal bietet, auch wetterunabhängig Veranstaltungen anzubieten“, sagt Kurdirektorin Claudia Hörl. So wäre zum Beispiel der Auftritt der „Queenz of Piano“ am Sonnabend, 26. März, auf der Bühne im Kurpark nur mit viel Wetterglück umsetzbar. Im Festsaal hingegen ist es unerheblich, ob es Ostern noch einmal schneit. Die „Queenz of Piano“, Jennifer Rüth und Anne Folger, kommen mit einem Programm aus Kabarett und Musik von Klassik bis Pop nach Boltenhagen. Die Pianistinnen spielen dabei an zwei Flügeln und bringen das Publikum nicht nur mit Wortwitz zum Schmunzeln und Lachen. So kann es passieren, dass eine Pianistin plötzlich im Flügel verschwindet. Nicht nur im reinen Tastenspiel begeistern Jennifer Rüth und Anne Folger. Sie zupfen die Saiten der Flügel und erzeugen mit Kämmen, Plastikdeckeln oder Ketten Klänge wie bei einem Waschbrett, einer Gitarre oder Zither.

Im Juli kommen „Die Weibsbilder“ ins Ostseebad. Claudia Thiel und Anke Brausch traten bereits 2013 im Festsaal auf und bringen am 28. Juli ihr Programm „Durchgangsverkehr — ausgebremst und abgezockt“ mit. Darin bringen sie dem Publikum in der Rolle deutscher Gesetzeshüterinnen bei, was man im Straßenverkehr tunlichst vermeiden sollte und berichten auch von waghalsigen Selbstversuchen.

Eine mystische Atmosphäre bringen am 17. August die „Gregorian Voices“ in den Festsaal. Acht Sänger in Mönchskutten versetzen das Publikum in die Welt des Mittelalters zurück. Der Chor aus Bulgarien will die Tradition der orthodoxen Kirchenmusik wiederbeleben. Zum Programm gehören klassisch-gregorianische Choräle, orthodoxe Kirchengesänge, Lieder und Madrigale der Renaissance und des Barock sowie Klassiker der Popmusik, gesungen im Stil der mittelalterlichen Gregorianik.

Am 3. September kann wieder im Festsaal getanzt werden. Tagsüber werden Kurse im Tango Argentino angeboten. Abends spielt eine Band, sodass die Tanzschüler das Gelernte unmittelbar umsetzen können.

Schließlich öffnet am 22. Oktober die „Bar zum Crocodil“im Festsaal ihre Pforten. Schauspielerin Teresa Weißbach, bekannt vom Mecklenburgischen Staatstheater und aus dem Film Sonnenallee, verkörpert die lebenshungrige Sängerin Lola, die in ihrem Programm das Publikum auf eine Zeitreise in die glamourösen 20er und 30er Jahre mitnimmt. Mit blonder Mähne, endlos lang erscheinenden Beinen und ihrer berührenden Stimme interpretiert Teresa Weißbach die bekanntesten Lieder der Epoche zwischen den Weltkriegen.

Im Gegensatz zu Konzerten und anderen Aktionen im Kurpark, die in der Regel kostenlos sind, wird bei den Veranstaltungen im Festsaal ein Eintrittsgeld erhoben.

Karten im Vorverkauf können bereits jetzt für alle Veranstaltungen in der Tourist-Information der Kurverwaltung des Ostseebades Boltenhagen, Ostseeallee 4, gekauft werden.

Von der Aula zum Festsaal

Bis zur Einweihung des Kur- und Festsaals im April 2009 wurden in Boltenhagen Säle von Hotels oder Kliniken für Konzerte oder Lesungen genutzt.

Der Umbau der 1956 erbauten Schulaula kostete etwa eine Million Euro, 572 000 Euro davon zahlte das Land.

Moderne Technik wurde verbaut: Scheinwerfer für eine optimale Ausleuchtung, eine große Leinwand, Musik-Tresen, Vorhänge mit Fernbedienung und Anschlüsse im Fußboden für elektronische Geräte.

Malte Behnk
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