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20:10 28.07.2018
Machte ratlos: die Salzburger Neuinszenierung der „Zauberflöte“ mit Klaus Maria Brandauer (l.) vor der Kulisse des 1. Weltkrieges.

Tamino und Pamina auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges und eine „Königin der Nacht“ im Schützenpanzer: Die US-Regisseurin Lydia Steier erinnerte in ihrer mit Spannung erwarteten Neuinszenierung der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart bei den Salzburger Festspielen an den Ausgang des Krieges vor 100 Jahren und stürzte das Publikum am Freitagabend im Großen Festspielhaus in Ratlosigkeit.

Auch musikalisch blieben beim Auftakt des Opernprogramms der Festspiele Wünsche offen. Großen Applaus gab es für die „Drei Knaben“, wie immer gespielt und gesungen von Mitgliedern der Wiener Sängerknaben, die russische Koloratursopranistin Albina Shagimuratova als „Königin der Nacht“, Christiane Karg als Pamina und Constantinos Carydis, den griechischen Dirigenten des Abends am Pult der Wiener Philharmoniker. Bariton Matthias Goerne war als Sarastro eine krasse Fehlbesetzung, auch der Schweizer Tenor Mauro Peter als Tamino und der tschechische Bassbariton Adam Plachetka als Papageno vermochten nicht wirklich zu überzeugen.

Begonnen hatte Steiers unentschlossen zwischen Witz und Tiefgang schwankende „Zauberflöte“ in einem großbürgerlichen Wiener Haushalt, in dem der Vogelfänger Papageno das Geflügel fürs Mittagessen zerlegte. Dann wandelte sich die Bühne in eine Art Hochregallager, ausstaffiert mit Zirkus- und Jahrmarktsmotiven sowie Sarastro als Zirkusdirektor.

Die berühmte Feuer- und Wasserprobe unterlegte die Regisseurin mit Bildern von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges, der oft als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts apostrophiert wird.

Ansonsten bot sie opulentes Ausstattungs- und Bewegungstheater, das die Musik in den Hintergrund zu drängen drohte. Eingebettet war das alles in eine betuliche Rahmenhandlung, in der Großmime Klaus Maria Brandauer als Märchenerzähler im Ohrensessel agierte.

LN

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