Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 7 ° Regen

Navigation:
„Meine Theaterlust ist ungebremst“, sagt Uli Sandau

Lübeck „Meine Theaterlust ist ungebremst“, sagt Uli Sandau

Für mich dreht sich gerade alles um unser Jubiläum: 20 Jahre Theater Partout. Passend dazu bereiten wir unsere Uraufführung „Jubiläums-Schnittchen“ vor, die am 16.

Voriger Artikel
Gestrandet in einer fremden, kalten Welt
Nächster Artikel
Gut gelaunter Malocher: Billy Joel in Frankfurt

Uli Sandau gründete Anfang der 90er Jahre gemeinsam mit Reiner Lorenz in Lübeck das Theater Partout. Beide Theatermacher leiten seit 1998 auch die Schauspielschule der Gemeinnützigen.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. F ür mich dreht sich gerade alles um unser Jubiläum: 20 Jahre Theater Partout. Passend dazu bereiten wir unsere Uraufführung „Jubiläums-Schnittchen“ vor, die am 16. September Premiere feiern wird und Ausdruck unserer ungebremsten Theaterlust und Spielfreude ist. Und dann gilt es auch schon, die 10. Lübecker Theaternacht am 8.

Oktober zu planen, bei der das Partout-Ensemble und die Schauspielschule der Gemeinnützigen unter einem Dach wieder mit vielfältigen und vielfarbigen Theatereindrücken auf die neue Theatersaison einstimmen werden.

Natürlich freue ich mich darauf, mich auch selber künstlerisch bedienen zu lassen, das Theater Lübeck macht mit seinem Spielplan sehr neugierig. Stets anregend sind für mich Besuche in der Overbeck-Gesellschaft , manch tolle Bühnenbild-Anregung habe ich von dort schon mitgebracht, und im Hamburger Bucerius Kunst Forum . Ab Oktober läuft dort die große Venedig- Ausstellung , auf die ich mich schon freue. Eine tolle Möglichkeit, Auge und Seele zu verwöhnen und meiner großen Leidenschaft Venedig nachzugehen.

Damit der Magen nicht zu kurz kommt, ziehe ich mich gern immer mal wieder in das kleine Café Fräulein Brömse im Beichthaus des Hansemuseums zurück, ein idyllischer Ort, um im Alltag kurz abzutauchen und aufzutanken. Und damit auch die Ohren verwöhnt werden, genieße ich zur Zeit die melancholische Saudade-Musik des portugiesischen Fados: Mariza, Ana Moura und meine Neuentdeckung Gisela Joao , drei ganz besondere Interpretinnen, die mit ihren eindringlichen Stimmen bezaubern.

Passend dazu habe ich gerade das Erstlingswerk von José Saramago gelesen „Claraboia“ , das im Lissabon der 50er-Jahre spielt. Momentan verliere mich gerade genussvoll in dem Buch „Im Licht der Lagune“ von Hanns Josef Ortheil, ein wunderbarer Liebes- Kunst-Roman, der in Venedig zu Ende des 18. Jahrhunderts spielt und hilft, kleine geistige Zwischenwelten im anstrengenden, doch immer wieder höchst lustvollen Theateralltag aufzutun.

Solche Zwischenwelten versteht auch Haruki Murakami brillant zu konstruieren, dessen Romane darauf warten, von mir ein zweites Mal gelesen zu werden: Fantasie-Anreger pur und wärmstens für herbstliche Leseabende zu empfehlen!

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden