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Kultur im Norden Mendelssohn trifft Mahler
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19:18 12.04.2016

Eine auf den ersten Blick seltsame Zusammenstellung bietet das siebte Saisonkonzert der Lübecker Philharmoniker am Sonntag (11 Uhr) und Montag (19.30 Uhr) in der MuK. Unter Leitung von Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri stehen Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll und Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 G-Dur auf dem Programm Es gibt aber durchaus Gemeinsamkeiten der grundlegend unterschiedlichen Werke. Mendelssohn war einerseits um die klassische Formensprache bemüht, andererseits war er Neuerungen gegenüber aufgeschlossen.

Wioletta Hebrowska singt Mahler.

So lässt er die drei Sätze seines Konzertes ohne Pause ineinander übergehen. Um den Eindruck des bruchlosen Kontinuums noch zu verstärken, setzt er die Kadenz an den Höhepunkt der Durchführung, so dass sie nicht wie ein eingeschobener Fremdkörper wirkt, sondern sich organisch aus dem sinfonischen Kontext ergibt.

Gustav Mahler 4. Sinfonie lebt auch von Ungewöhnlichem. Die Sinfonie wird beherrscht von einem kindlich-naiven Ton, hinter dem sich aber Ironie und Doppelbödigkeit verbergen. Das wird spätestens im zweiten Satz deutlich. Neben gewagter Harmonik lässt Mahler hier „Tod mit seiner Fiedel“ aufspielen. Die um einen Ganzton höher gestimmte Solovioline erzeugt so einen schreienden und rohen Klang. Der dritte Satz leitet über zum Finale, dem Kinderlied vom himmlischen Schlaraffenland, das von einem Sopran gesungen wird.

Solisten des Konzerts sind der junge Geiger Tobias Feldmann und die Mezzosopranistin Wioletta Hebrowska, die gerade als Romeo wieder einen Triumph am Theater Lübeck feierte. Tobias Feldmann zählt mit seinen erst 24 Jahren zu den vielversprechenden Talenten seiner Generation auf den internationalen Konzertbühnen. Schon mit acht Jahren wurde er in die Frühförderklasse an der Musikhochschule Würzburg aufgenommen, er studierte in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Antje Weithaas und gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe.

LN

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