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Kultur im Norden Menschen und Farben
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18:12 25.07.2017
Uwe Boschen bei einer Ausstellung in der Galerie Stewner im Jahr 2009. Er zeigt seine Bilder „Ich“ und den „Silversurfer“. Quelle: Foto: Tim Jelonnek
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Lübeck

Der Maler Uwe Boschen ist tot. Er erlag im Alter von 78 Jahren den Folgen eines Treppensturzes. Boschen war langjähriges Mitglied der Gemeinschaft Lübecker Künstler, seit 1981 nahm er an den Ausstellungen der Gemeinschaft teil.

Zur Malerei war der gebürtige Bremer Uwe Boschen auf Umwegen gekommen. 1955 absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Matrosen auf dem Schulschiff „Deutschland“ und fuhr mehrere Jahre zur See.

Danach besuchte er die Kunsthochschule Bremen, längere Aufenthalte in Paris, Kopenhagen, Rom und Göteburg folgten. Von 1976 bis 1979 war Uwe Boschen Requisiteur am Lübecker Theater.

„Er war unbeirrbar in seiner Auffassung von Kunst“, sagt Susanne Adler, die von 2002 bis 2006 Vorsitzende der Gemeinschaft Lübecker Künstler war. „Uwe Boschen war ein Querdenker, der bei Diskussionen immer interessante Argumente äußerte. Seine Stimme wird fehlen.“ Für Susanne Adler kam Boschens Tod überraschend: „Er war ja immer noch aktiv, vor wenigen Wochen haben wir noch darüber gesprochen, eine große Ausstellung zu seinem 80. Geburtstag zu machen.“

Uwe Boschens Kunst wandelte zwischen den Polen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Der Mensch in seiner Zerrissenheit, Verlassenheit und Verzweiflung war ein häufiges Thema seiner Kunst. Köpfe ohne Augen finden sich oft, sie sind ein Ausdruck der allgemeinen Seelenlosigkeit.

Bunte Abstraktionen mit glühenden Farben stehen auf der anderen Seite von Boschens Werk. Es sind meist florale Motive, die Anregungen fand er bei seinen Spaziergängen im Lübecker Schulgarten oder im Berliner Botanischen Garten. Transparenz und Struktur zeichnen diese Werke des Künstlers aus – sie sind eine Art geistiger Entspannung neben den schwergewichtigen Menschendarstellungen. Uwe Boschen wird im Kreise der Lübecker Künstler fehlen – aber seine Kunstwerke, die sich in öffentlichen und privaten Sammlungen befinden, leben weiter. Fel

LN

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