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„Min Opa ha’ Alzheimer“

Hamburg „Min Opa ha’ Alzheimer“

„Honnig in’n Kopp“ – Ohnsorg-Theater wagt sich an Schweiger-Film, mit Erfolg.

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Kongeniale Partner: Joachim Bliese und Farina Violetta Giesmann.

Hamburg. . Das Porträtfoto eines alten Manns erstreckt sich über die Wand, die gleich vorn den Blick auf die Bühne versperrt. In dem Kopf gibt es Türen zu Spinden  mit Büchern und Kleidung aus dessen Leben. Darin sieht es unordentlich aus. All das Symbole der inneren Leere und Verlorenheit eines Menschen, der an Alzheimer leidet. Sinnfällig und für das volkstümliche Hamburger Ohnsorg-Theater mutig hat Siegfried E. Mayer dort den Rahmen für die Tragikomödie „Honnig in ’n Kopp“ gestaltet.

Nach Til Schweigers Kino-Megahit „Honig im Kopf“ von 2014 hat Regisseur Frank Grupe die von ihm übersetzte Geschichte um einen dementen früheren Tierarzt, dessen langsamen Abschied vom Leben seine Enkelin liebevoll begleitet, zur plattdeutschen Erstaufführung gebracht. Das Publikum spendete dem auf Rührung angelegten Geschehen großen Beifall.

In Hamburg ist es der am Haus schon mehrfach beeindruckende Charaktermime Joachim Bliese (80), der die Hallervorden-Figur des Amandus sehr fein zeichnet, ihr stets ihre Würde lässt.

An seiner Seite agiert mit jugendlichem Elan eine echte Neuentdeckung: In ihrer allerersten Bühnenrolle, für die sie extra „platt“ gelernt hat, bezaubert die 21-jährige Farina Violetta Giesmann. Spielend scheint sie die 11-jährige Tilda zu verkörpern, die mit ihrer Lebenslust und einer Art Urverständnis dem hilflosen Senior zur Seite steht.

„Min Opa ha' Alzheimer – könn' sick nix ma' maken“ („Mein Opa hat Alzheimer, kann sich nichts mehr merken“) – mit ihren simplen Worten beginnt der Abend. Hand in Hand stehen beide da an der Rampe. Die Stärke der Aufführung ist es, sich mit zwei sensiblen Darstellern, die die Balance zwischen Komik und Ernst beherrschen, einer schrecklichen Volkskrankheit und ihren Folgen für das Umfeld zu nähern.

Vorstellungen: tägl. bis 11. November, Karten-Tel. 040/35 08 03 21.

LN

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