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Mit Rachmaninoff zum ersten Preis

Lübeck Mit Rachmaninoff zum ersten Preis

Der Lübecker Augenarzt Peter Hiss gewinnt beim Klavier-Wettbewerb für Amateure in St. Petersburg.

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Könner auch am Klavier: Der Lübecker Augenarzt Peter Hiss spielt hat einige Semester Musik studiert.

Quelle: privat

Lübeck. Menschen, die gleich mehrere Begabungen besitzen, haben es nicht unbedingt leichter. Aber vermutlich schöner. So wie der Lübecker Augenarzt Peter Hiss. Mit zehn oder elf Jahren fing er an, Klavier zu spielen. Weil er Zweifel hatte, ob es möglich sein würde, Karriere als Pianist zu machen, wurde er Mediziner. Die Leidenschaft für die Musik aber blieb. Nun, mit 55 Jahren, kann er einen schönen Erfolg auch als Pianist verbuchen. Beim russischen Klavierwettbewerb für Amateure in St. Petersburg hat er einen ersten Preis gewonnen.

Drei Mal hat Peter Hiss bereits an einem solchen Wettbewerb teilgenommen: in Paris, in Chicago und nun in St. Petersburg. „Man trifft Leute, die einem ähnlich sind“, sagt er. Damit sind Menschen gemeint, die leidenschaftlich gern Klavier spielen, ihr Geld aber mit anderen Tätigkeiten verdienen. „Man trifft interessante Leute“, sagt Peter Hiss und nennt als Beispiel den 80 Jahre alten emeritierten US-amerikanischen Chemie-Professor, der auch noch in der Liste der Schach-Meister einen vorderen Platz belegt habe. Manchen begegne man immer wieder – eine gute Gelegenheit, sich nicht nur miteinander zu messen, sondern auch abends zusammenzusitzen und miteinander zu feiern.

Peter Hiss, als Augenarzt Spezialist für Grauen Star/Linsenchirurgie, kam als Kind über einen Freund, der Klavier spielte, zu diesem Instrument. Er nahm selbst Unterricht, wurde später Vorschüler an der Musikhochschule Lübeck. Dann begann er ein ordentliches Studium, genauer gesagt: zwei. Nach dem Abitur studierte er in Kiel Medizin, an der Musikhochschule Lübeck Klavier. Als ihm bedeutet wurde, dass er sich für eines von beiden entscheiden müsse, wählte er die Medizin. „Ich musste auch Klarheit für mich selbst bekommen“, sagt er. Die Musik aber ließ ihn nie los. „Von 20 bis 40 war ich Autodidakt“, sagt Hiss. Mit Anfang 40 nahm er dann noch einmal Unterricht. Manchmal ist er öffentlich zu hören, spielt zum Beispiel bei Augenärzten-Kongressen. Bei Wettbewerben ist trotzdem immer noch eine gewisse Nervosität im Spiel. Die sind für Peter Hiss zwar „ein total tolles Erlebnis“, aber selbstverständlich sei er aufgeregt. Das könne sich positiv oder negativ auswirken. Beim „Piano Bridges International Competition“ in St. Petersburg – Peter Hiss hat dort Werke von Rachmaninoff, Schubert und Scarlatti vorgetragen – muss die Aufregung positive Effekte gehabt haben.

Insgesamt gab es etwa 70 Teilnehmer. Als einer von zwei ersten Preisträgern sollte Hiss eigentlich auch beim Abschlusskonzert spielen. Hätte er gern gemacht. Aber er musste wieder zurück nach Deutschland – das Visum war bereits abgelaufen.

liz

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