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Kultur im Norden Mit Walzer und Polka ins neue Jahr
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18:19 08.01.2018
Souverän und ohne Verband gab Justus Frantz zwei Monate nach dem Verlust einer Fingerkuppe den Takt an. Quelle: Foto: Olaf Malzahn
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Lübeck. Wie der Gänsebraten zu Weihnachten und die Böller zu Silvester gehört auch das Neujahrskonzert seit geraumer Zeit zum Brauchtum (nicht nur) der Deutschen. So hat sich auch der umtriebige Justus Frantz dieser Gepflogenheit angeschlossen: Beim nicht ausverkauften Neujahrskonzert in der MuK am Sonnabend mit der „Philharmonie der Nationen“ setzte sich Frantz ebenso großzügig über die im Begleitheft abgedruckte Programmfolge hinweg wie sein Publikum über das Applaus-Tabu zwischen den Sätzen eines zyklischen Werkes wie Dvoráks Neuer- Welt-Symphonie.

Auch wenn sie ähnlich wie die Neunte Beethovens zu den abgedroschensten Stücken des Repertoires gehört und möglicherweise mit Aufführungsschutz versehen werden sollte, so möchte jedes Orchester in amerikanischer „Show-Piece“- Manier mit diesem Standardwerk glänzen. Unter Frantz‘ Leitung gab sich sein Orchester alle Mühe, an die höheren Standards von Spitzenorchestern anfzuschließen. Einige Eintrübungen in der Intonation bei den Holzbläsern und ein etwas dünner Streicherklang ließen dann doch den Abstand zur höheren Garde erkennen.

Höchstes Lob gilt indessen dem neuen 1. Konzertmeister, der mit spürbarem Optimismus und Elan maßgeblich zum Gelingen beitrug. Im Übrigen standen wie gewohnt einige Erzeugnisse aus der Massenproduktion der Walzer-Familie Johann Strauß und Söhne auf dem Programm, die effektsicher und eher preußisch-korrekt als mit Schmäh aufgeführt wurden („Fledermaus“-Ouvertüre und Kaiserwalzer).

Besonders bejubelten die Zuhörer die eingangs erklungene „Leichte Kavallerie“-Ouvertüre von Franz von Suppé und die Pizzicato-Polka von Johann und Josef Strauß. Das Publikum feierte Justus Frantz und sein Orchester mit Enthusiasmus. Dieter Kroll

LN

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