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Kultur im Norden Mit den Augen eines Killers
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18:10 29.05.2018
Lübeck

Thornton nennt sich dieses menschliche Raubtier, das sich in Chicago auf die Jagd begibt. In der Stadt am Lake Michigan findet die Weltausstellung statt, Hunderttausende von Besuchern wollen die jüngsten Errungenschaften der Technik sehen. In diesem Gewusel glaubt Thornton, sich unerkannt bewegen zu können und vertraut auf seinen perfekten Umgang mit seinem Rasiermesser. Aber wie ist er überhaupt zum Mörder geworden? Das verrät Wolfgang Hohlbein gleich zu Beginn seiner düsteren Geschichte.

Als Zwölfjähriger ist der spätere Thornton in der Schlacht von Gettysburg auf Seiten der Südstaatler im amerikanischen Bürgerkrieg dabei. Seine gesamte Einheit wird in dem Gemetzel aufgerieben, nur der Junge kommt davon. Auf der Flucht vom Schlachtfeld findet er einen schwer verwundeten Unionssoldaten, einen Indianer. Seine Wunde ist so schwer, dass er eigentlich nicht mehr leben kann, aber der Indianer hat ein Geheimnis: In ihm lebt ein Wendigo, ein Dämon, der fast alle Verletzungen heilen kann, wenn man ihm ausreichend menschliche Lebenskraft zur Verfügung stellt. Dafür muss der „Wirt“

immer wieder töten – so entscheidet sich Thorntons Schicksal. Der Indianer gibt den Dämon an ihn weiter, nimmt ihm aber zuvor das Versprechen ab, niemals Kinder und nur Menschen zu töten, die es verdient haben. In Chicago trifft Thornton dann auf Gegner, die vor nichts zurückschrecken – so wie er selbst.

Spannend ist dieser ungewöhnliche Plot erzählt, nur gegen Ende wird es leicht abstrus. Aber das wird Hohlbein-Fans nicht abschrecken. Fel

„Killer City“ von Wolfgang Hohlbein, Bastei Lübbe, 496 S., 22 Euro

LN

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