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„Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen“, sagt Jan Lokers

Lübeck „Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen“, sagt Jan Lokers

Dieser Satz von Gorch Fock begleitet mich seit vielen Jahren. Jeder braucht eine Heimat, meine ich, eine Basis, mit der man in die Welt hinausgehen kann.

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Jan Lokers (57) ist seit 2006 Direktor des Archivs der Hansestadt Lübeck. Der Historiker war vorher Leiter des Niedersächsischen Landesarchivs in Stade. Das Stadtarchiv arbeitet gerade zusammen mit dem Europäischen Hansemuseum mit Hochdruck daran, Lübecker Archivdokumente der Hansezeit als Unesco-Weltdokumentenerbe nominieren zu lassen.

Quelle: Ulf Kersten-Neelsen

Lübeck. D ieser Satz von Gorch Fock begleitet mich seit vielen Jahren. Jeder braucht eine Heimat, meine ich, eine Basis, mit der man in die Welt hinausgehen kann. Eine Heimat kann vieles sein, es muss sich nicht notwendigerweise um ein Land oder eine Region handeln. Und man kann auch mehr als eine Heimat haben. Die Beschäftigung mit Geschichte zum Beispiel ist für mich auch Heimat, sie begeistert mich im Beruf und privat.

Das Thema „Was ist Heimat“ und „Wo ist Heimat“ treibt mich um, seitdem ich nach dem Abitur meine erste Heimat Ostfriesland zum Studium verlassen habe. Darum hat mich der großartige Roman von Dörte Hansen „Altes Land“ auch so sehr in den Bann gezogen, dass ich ihn gleich mehrmals gelesen habe. Mit pointierten Sätzen und feiner Ironie beschreibt sie, wie ein junges Mädchen mit seiner Mutter zu Kriegsende 1945 aus dem Osten fliehen muss und in den folgenden Jahrzehnten versucht, im Alten Land bei Stade neu zu wurzeln. Und davon, welche lebenslangen Verwerfungen der Verlust der alten Heimat und der Versuch, eine neue zu erobern, aufwirft. Sogar bis in die Enkelgeneration, die mit ganz anderen „Heimat“-Problemen zu kämpfen hat. Lange hat mich ein Buch nicht mehr so begeistert.

Der lang erwartete Sommer steht vor der Tür. Und mit ihm das Jazz-Baltica-Festival in Niendorf vom 24. bis 26. Juni. Obwohl eigentlich kein richtiger Jazz-Fan, faszinieren mich die Auftritte des schwedischen Posaunisten Nils Lundgren mit ihrer Mischung von Jazz und Funk (und sein feiner Humor bei den Ansagen) jedes Mal. Dazu darf man dann die authentische Kulisse am Niendorfer Hafen genießen! Was will man mehr? Gleich zwei Mal kann man ihn in Niendorf erleben: am 24. und am 26. Juni.

Und apropos Sommer: An warmen Sommerabenden nach Travemünde oder Scharbeutz zu fahren und abends noch einmal in die Ostsee zu springen: Das macht tägliche Lebensfreude, Begeisterung und Entspannung aus, wenn man in Lübeck lebt und arbeitet.

LN

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