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Kultur im Norden Mit der Schere geschrieben
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02:15 04.09.2013
Die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller. Quelle: Foto: dpa

„Wortkünstler/Bildkünstler. Von Goethe bis Ringelnatz“, so lautet der Titel der großen Schau im Museum Behnhaus und im Pavillon der Overbeck-Gesellschaft, wo die Wortcollagen Herta Müllers zu sehen sind. Am Freitag, 13. September, liest die Nobelpreisträgerin um 19 Uhr im Großen Saal der Gemeinnützigen (Königstraße 5) ihre Collagentexte. Im Anschluss an die Lesung sind die Besucher zu einem Ausklang im Behnhausgarten mit Besuch der Ausstellung eingeladen. Der Eintritt kostet 15 Euro.

Die Gedichte in Herta Müllers Buch „Der Vater telefoniert mit den Fliegen“ fließen nicht durch eine Feder, sie werden mit der Schere geschrieben. Die aus Rumänien stammende Autorin sammelt Wörter, Buchstaben und Bilder aus Zeitungen und Zeitschriften und komponiert so ihre ganz eigenen Werke. Die Poesie, die dabei entsteht, ist nicht nur literarisch, sondern auch visuell interessant.

Die rumäniendeutsche Schriftstellerin wuchs in einem Dorf im Banat auf. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Rumänistik und arbeitete als Übersetzerin, wurde aber nach ihrer Weigerung, mit dem rumänischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten, entlassen. In ihren Werken beschäftigt sie sich vor allem mit der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Ihre Wortcollagen entstanden nicht mit dem Gedanken an Erpresserbriefe — in der rumänischen Diktatur war es nicht möglich, mit den polizeilich registrierten Schreibmaschinen Flugblätter zu produzieren. Man musste etwas Neues machen.

LN

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