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Mit einem Geist durchs Museum

Mit einem Geist durchs Museum

Beim Kinderkonzert im Theater Lübeck erleben junge Zuschauer Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ mit viel Spaß.

Lübeck. Das Philharmonische Orchester spielt die ersten Takte von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“, da beginnt die große Kontrabass-Kiste in der Bühnen-Ecke zu qualmen und ein weißhaariger, schlacksiger Kerl in antiquierten Klamotten kommt heraus. Großes Hallo im Zuschauerraum, das ist was für die Mädchen und Jungen im voll besetzten Lübecker Theater.

Der Geist nennt sich Johann von Rasselstein, vor über 250 Jahren sei er Notenschreiber am Hof des Königs von Neapel gewesen und habe viele Abenteuer erlebt, die der Künstler Victor Hartmann gemalt habe. Damit ist der Bogen geschlagen zur Musik, denn Mussorgski komponierte seinen Zyklus zu den Bildern seines Maler-Freundes Hartmann.

Fast komödiantisch gelingt es dem Schauspieler Johannes Merz als Geist und dem Dirigenten des Philharmonischen Orchesters, Ulrich Stöcker, den Kindern die unterschiedlichen Motive Mussorgskis verständlich zu machen. Rasselstein erzählt von seiner Begegnung mit einem wütenden Zwerg, die Musik baut den Spannungsbogen auf. Für das Motiv des Ochsenkarrens dürfen die Kinder selbst den Ochsen geben, und die Tuba („Kann man die auch als Campingklo benutzen“, fragt Rasselstein) bekommt einen Solopart. Im Gespensterschloss sausen Hexen durch die Luft, und man merkt, dass die Schüler gut vorbereitet wurden: „Babajagas“ rufen sie, und als kleines Extra gibt’s den Hexenrap.

Die kleinen Tiere, die zu einem weiteren musikalischen Bild gehören, identifizieren die Kinder als Küken. Ob Marktszene, Kinder mit Kindermädchen, die düsteren Katakomben, alles fließt in Rasselsteins Geschichte ein und hilft den kleinen Zuschauern, in der Musik Bilder zu entdecken. Immer wieder werden sie auch einbezogen und machen kräftig mit. Als Rasselstein schließlich am großen Tor von Kiew ankommt, verabschiedet er sich „bis zum nächsten Kinderkonzert“.

Die Musiker steigern sich beim großen Finale, und als nach einer guten Stunde Diskokugeln Lichtreflexe an die Decke werfen, ist das Ah und Oh groß. Dem zehnjährigen Pascal jedenfalls hat es gut gefallen. „Vor allem, als der Geist aus der Kiste kam.“ Eine vergnügliche Art, Kindern Musik nahezubringen. Petra Haase

Familienvorstellung am Sonntag, 21. Mai, 11 Uhr, ab 6 Jahre, Theaterkasse Tel. 0451/399600

LN

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