Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Mit einem Geist durchs Museum
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Mit einem Geist durchs Museum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 17.05.2017

Lübeck. Das Philharmonische Orchester spielt die ersten Takte von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“, da beginnt die große Kontrabass-Kiste in der Bühnen-Ecke zu qualmen und ein weißhaariger, schlacksiger Kerl in antiquierten Klamotten kommt heraus. Großes Hallo im Zuschauerraum, das ist was für die Mädchen und Jungen im voll besetzten Lübecker Theater.

Der Geist nennt sich Johann von Rasselstein, vor über 250 Jahren sei er Notenschreiber am Hof des Königs von Neapel gewesen und habe viele Abenteuer erlebt, die der Künstler Victor Hartmann gemalt habe. Damit ist der Bogen geschlagen zur Musik, denn Mussorgski komponierte seinen Zyklus zu den Bildern seines Maler-Freundes Hartmann.

Fast komödiantisch gelingt es dem Schauspieler Johannes Merz als Geist und dem Dirigenten des Philharmonischen Orchesters, Ulrich Stöcker, den Kindern die unterschiedlichen Motive Mussorgskis verständlich zu machen. Rasselstein erzählt von seiner Begegnung mit einem wütenden Zwerg, die Musik baut den Spannungsbogen auf. Für das Motiv des Ochsenkarrens dürfen die Kinder selbst den Ochsen geben, und die Tuba („Kann man die auch als Campingklo benutzen“, fragt Rasselstein) bekommt einen Solopart. Im Gespensterschloss sausen Hexen durch die Luft, und man merkt, dass die Schüler gut vorbereitet wurden: „Babajagas“ rufen sie, und als kleines Extra gibt’s den Hexenrap.

Die kleinen Tiere, die zu einem weiteren musikalischen Bild gehören, identifizieren die Kinder als Küken. Ob Marktszene, Kinder mit Kindermädchen, die düsteren Katakomben, alles fließt in Rasselsteins Geschichte ein und hilft den kleinen Zuschauern, in der Musik Bilder zu entdecken. Immer wieder werden sie auch einbezogen und machen kräftig mit. Als Rasselstein schließlich am großen Tor von Kiew ankommt, verabschiedet er sich „bis zum nächsten Kinderkonzert“.

Die Musiker steigern sich beim großen Finale, und als nach einer guten Stunde Diskokugeln Lichtreflexe an die Decke werfen, ist das Ah und Oh groß. Dem zehnjährigen Pascal jedenfalls hat es gut gefallen. „Vor allem, als der Geist aus der Kiste kam.“ Eine vergnügliche Art, Kindern Musik nahezubringen. Petra Haase

Familienvorstellung am Sonntag, 21. Mai, 11 Uhr, ab 6 Jahre, Theaterkasse Tel. 0451/399600

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Cannes ist eine Festung. Man sieht es nicht, man kann es nur ahnen und in der lokalen Zeitung nachlesen: Kriegsschiffe, gesperrter Luftraum über der Stadt, Scharfschützen, Hunderte Zivilbeamte.

17.05.2017

In Hamburg ist eine große Ausstellung mit Werken von Max Pechstein zu sehen. Die Schau zeigt die Entwicklung des Expressionisten.

17.05.2017

Fußgängerzone und Fußballstadion: Jimmy Kelly kennt beide Seiten des Musikerlebens. Jetzt feiert er mit der Kelly Family ein Comeback.

17.05.2017
Anzeige