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Mit guter Laune gegen die Elbphilharmonie

Lübeck Mit guter Laune gegen die Elbphilharmonie

Das Theater Lübeck hatte in der Spielzeit 2014/15 einen Zuschauerrekord zu vermelden — Jetzt droht der Wettbewerb mit Hamburg.

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Auf in die nächste Saison (v. l.): Pit Holzwarth, Ryusuke Numajiri , Katharina Kost-Tolmein, Kultursenatorin Kathrin Weiher, Theater-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Petereit und Christian Schwandt.

Quelle: Roeßler

Lübeck. In der kommenden Spielzeit soll das Theater Lübeck ein Feuerwerk abbrennen. Das will es zwar immer, doch Christian Schwandt, Lübecks geschäftsführender Theaterdirektor, begründete dies gestern mit einem 60 Kilometer Luftlinie entfernten neuen Konkurrenten: der Hamburger Elbphilharmonie. „Wir können uns vor dem Wettbewerb mit der Elbphilharmonie nicht drücken“, sagte Schwandt. Der Gigant in der Hafencity, dessen erste Saison im kommenden Jahr mit bis zu 80 Millionen Euro gestützt werde, fordere von seinem Haus „Intelligenz, Fantasie, herausragendes Künstlertum — und gute Laune“. Sonst würde das Publikum aus Lübeck und der Region allzu viel Kulturausgaben in Hamburg tätigen.

Bisher kann sich das Theater auf die Treue seiner Gäste verlassen. „In der Spielzeit 2014/15 hatten wir die Rekordzuschauerzahl von 178000 Besuchern“, verkündete der Theaterdirektor. Für die laufende Saison rechne er aber mit einem Rückgang, mit maximal 172000 Zuschauern. Den wichtigsten Grund dafür sieht er nicht im Angebot an Inszenierungen, sondern in der Schließung des Konzertsaals der Musik- und Kongresshalle. Die Konzerte der Philharmoniker leiden unter der Sperrung, die Rotunde bietet keinen gleichwertigen Ersatz. „Wir gehen davon aus, dass wir nach Ostern 2017 den großen Saal wieder nutzen können“, so Schwandt.

Es sei dem Theater gelungen, die Einnahmen im Jahr 2015 um 63000 Euro auf 3150000 Euro zu steigern. 271000 Euro an Spenden und weitere Zuwendungen von 291000 Euro kommen hinzu.

Schwandt konnte also insgesamt 3,62 Millionen Euro selbst erwirtschaften. 30000 Euro mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr kommen 10,2 Millionen Euro an Subventionen vom Land und 8,3 Millionen von der Stadt. Schwandt sagt aber auch, er sehe mit „mit einem gewissen Bangen“ dem Tarifabschluss 2016 im öffentlichen Dienst entgegen. Die Lohnerhöhungen muss sein Haus tragen. Die Auslastung ist zuletzt etwas gesunken, sie wird sich am Ende der aktuellen Spielzeit bei 75 Prozent einpendeln (Vorjahr 82 Prozent). Gerettet wird diese Bilanz vom großen Renner im Musiktheater, der immer ausverkauften „West Side Story“. Im Schauspiel haben „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Leonard Cohen“ und „The Rocky Horror Show“ 100 Prozent Auslastung.

Schwandts Antwort auf die Elbphilharmonie soll in der kommenden Saison neben der „West Side Story“ auch die erste Koproduktion mit Kiel sein: die Oper „Die Reise nach Reims“ (siehe oben). Und auch das Stück über die Comedian Harmonists „In der Bar Zum Krokodil“ wird gegen die Elb-Konkurrenz in Stellung gebracht — beide sollen gute Laune machen.

Von mib

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Kommentar
Ein Kommentar von Jürgen Feldhoff.

Mit der der Eröffnung der Elbphilharmonie im nächsten Frühjahr werden die Karten in der norddeutschen Kulturlandschaft neu gemischt. Das Konzerthaus der Superlative an der Elbe wird massenhaft Publikum aus der Region anziehen, zumindest in den ersten Betriebsjahren.

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