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Moderne Klänge in der alten Kathedrale

Lübeck Moderne Klänge in der alten Kathedrale

Der Komponist und ehemalige Rektor der Musikhochschule Lübeck, Friedhelm Döhl, wird im kommenden Monat 80 Jahre alt. Ihm war am Freitag die Abendmusik in der Marienkirche gewidmet.

Lübeck. Der Komponist und ehemalige Rektor der Musikhochschule Lübeck, Friedhelm Döhl, wird im kommenden Monat 80 Jahre alt. Ihm war am Freitag die Abendmusik in der Marienkirche gewidmet. Moderne Klänge sind nicht allzu häufig zu hören in dieser alten Kathedrale, auch nicht in den Abendmusiken, der ältesten Konzertreihe der Welt. Umso intensiver war das Hörerlebnis dann auch.

 

LN-Bild

Der Komponist Friedhelm Döhl wird im Juli 80.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Zum Eingang erklang ein Orgelstück von Dieter Mack, Döhls Nachfolger als Kompositions-Professor an der Hochschule, aus dem Jahr 1984, gespielt von Fabian Luchterhandt. Die Musik klang auch wie 1984, nach heutigen Maßstäben nicht wirklich modern, aber dennoch ansprechend.

Hans-Jürgen Schnoor (Orgel), Johannes Fischer und Florian Stapelfeldt (Percussion) sowie Maike Albrecht führten dann eine Hommage à Friedhelm Döhl auf. Geschickt wurden von Döhl häufig verwendete Wendungen und harmonische Beziehungen zusammengeführt, der Klang dieser „Hommage an die Quinte“ wies deutlich auf den baldigen Jubilar hin. Hans-Jürgen Schnoor spielte anschließend einen Satz von Arnolt Schlick, Renaissancemusik von filigraner Gestaltung und melodiösem Reichtum.

Und dann gab es Musik von Döhl, zunächst seine „Missa“ für drei Schlagzeuger, zwei Posaunen und Stimme. Virtuos und souverän gingen Johannes Fischer und seine Studenten Florian Stapelfeldt und Seosim Lee sowie die Posaunisten Joachim Preu und Felix Griese mit Döhls musikalischem Material um. Klangkaskaden wechselten sich mit kammermusikalischen Passagen ab. Mal klang Widor an, dann erklangen wieder die typischen Quint-Häufungen. Ein beeindruckendes Werk, beeindruckend aufgeführt, dicht an den biblischen Texten, die das inhaltliche Flechtwerk bilden.

Zum Abschluss dann „Ite missa est“, Döhls Vertonung eines Satzes aus der Offenbarung des Johannes für Orgel und Stimme. Hans-Jürgen Schnoor und Maike Albrecht gelang es, trotz der schwierigen Akustik der Marienkirche die Strukturen dieser kompakten Komposition deutlich zu machen. Ein großes Werk, das gerade in seiner Sperrigkeit wunderbar anzuhören war. Jürgen Feldhoff

LN

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