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Mozart hält fast alles aus

Lübeck Mozart hält fast alles aus

Der russische Geiger Aleksey Igudesman und der koreanische PianistHyung-ki Joo sind Könner. Was können sie? Großartig musizieren zum Beispiel – aber das können viele.

Lübeck. Der russische Geiger Aleksey Igudesman und der koreanische PianistHyung-ki Joo sind Könner. Was können sie? Großartig musizieren zum Beispiel – aber das können viele. Was das Duo (kurz Igudesman und Joo genannt) aber außerdem noch kann, ist blödeln, sich kabbeln und sogar albern sein. So zu erleben am Mittwoch im ersten Festival-Konzert, das in der Kulturwerft Gollan stattfand. Eine echte Premiere also.

Igudesman und Joo haben ihre Premiere längst hinter sich, der Ablauf ihrer Show ist routiniert und funktioniert reibungslos. Was die beiden Musiker so treiben, hat man in ähnlicher Form schon häufiger gesehen: Da verwandeln sich die ersten Takte einer Mozart-Sinfonie in die Titelmelodie von „James Bond“, aus Schubert wird Chopin und umgekehrt. Diese Verwandlungsspielchen sind technisch perfekt gemacht und stets mit teils launigen, teils aber auch nur hemmungslos albernen Sprüchen garniert. „Nur keinen Kalauer auslassen“ scheint eins der Mottos der beiden Musiker zu sein – sehr zur Freude des Publikums in der fast ausverkauften ehemaligen Werfthalle.

Herausragend war die Vorstellung eines „musikalischen Navigationsgerätes“. Joo spielte das Präludium E-Dur von Bach, Igudesman – als Polizist verkleidet – überwachte die Darbietung. „Sie befinden sich in E-Dur, wechseln Sie in zwei Takten nach A-Dur. Vorsicht, schwierige Passage voraus! Bitte langsam zurück über D-Dur nach E-Dur“ ließ sich der Musi-Navi vernehmen – das war wirklich witzig.

Die Freiübungen, zu denen das Duo das Publikum dann im Programmpunkt „Violaerobics“ animierte, waren eher grenzwertig. Spaß gemacht hat der Abend trotzdem – Mozart erträgt eben fast alles.

Fel

LN

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