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Kultur im Norden Mozart meisterhaft, Bruckner glorios
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18:21 13.01.2018
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Lübeck. Auch beim jüngsten NDR-Konzert des Elbphilharmonie Orchesters in der Lübecker MuK am Freitagabend zeigte sich, welch gern gesehener Gast der schwedische Dirigent Herbert Blomstedt sowohl beim Orchester als auch beim Publikum ist. Der inzwischen 90-jährige frühere kurzzeitige Chef des NDR-Sinfonieorchesters verzichtete auf den Taktstock und hielt mit bloßen Händen umso intensiveren Kontakt zu den Musikern, die seinen Gesten mit großem Respekt folgten. Schon Mozarts späte Es-dur-Symphonie KV 543 wurde mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit und Gelassenheit ausgeführt, die Mozarts Ideal einer „nicht schwitzenden“ Musik ausfüllte. Dabei blieb der rhythmische Impuls stets deutlich gewahrt und zeigte bereits in der Adagio-Einleitung die Nähe zur „Don Giovanni“-Dramatik. Ähnlich treffsicher folgte dann der an Herbstfarben erinnernde langsame Satz. Hier sind besonders die Holzbläser hervorzuheben, die Mozarts sublime Klangwirkungen mit Delikatesse und Feinheit ausführten.

Schließlich erklang Bruckners 3. Symphonie, und auch hier zeigte sich die Erfahrung, über die Blomstedt dank seiner lebenslangen Beschäftigung mit dieser nun schon nahezu religiös gesteigerten Symphonik des tiefgläubigen Komponisten verfügt.

Die in architektonisch kathedralenhaft gesteigerte Intensität erfüllten Blomstedt und das Orchester eindrucksvoll und beeindruckend: Nachdem der letzte triumphale Ton von Bruckners Symphonie erklungen war, verharrten die Zuhörer lange in nachhörendem Schweigen, bevor sie Blomstedt mit einer stehenden Ovation feierten. Dieter Kroll

LN

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