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Kultur im Norden Mr. Berlinale – Dieter Kosslick wird 70
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19:14 28.05.2018
Seit 2001 im Amt: Berlinalechef Dieter Kosslick. Quelle: Foto: Dpa

Morgen wird Kosslick 70 Jahre alt. Und er hat es geschafft, seit seinem Amtsantritt im Mai 2001 so etwas wie das Gesicht der Berlinale zu werden. Das ist seinen drei Vorgängern seit Gründung der Filmfestspiele 1951, Alfred Bauer, Wolf Donner und Moritz De Hadeln, nicht gelungen. Der gebürtige Pforzheimer hat als Leiter den Spaßfaktor ins Festivalbusiness gebracht. Seine Auftritte haben Entertainerqualitäten. Er kultiviert charmant ein unperfektes Englisch, und wenn er anhebt zu reden, weiß man nie, wo es enden wird. Aber er kann überzeugen. Und er kennt sich aus, in der Filmbranche wie in der Politik. Das ist in diesen Zeiten enorm wichtig, denn ein Großteil des Festivalbudgets von 26 Millionen Euro kommt von der öffentlichen Hand. Über die Politik kam Kosslick auch zu seinem Job in Berlin. Er war der Kandidat des damaligen Kulturstaatsministers Michael Naumann (SPD). Der hatte ihn ins Gespräch gebracht und sich die Einmischung in die Personalie verbeten.

Begonnen hat Kosslicks Karriere nach dem Studium 1979 als Redenschreiber und Büroleiter des Hamburger Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose (SPD). 1983 übernahm er die kulturelle Filmförderung der Hansestadt. Mit dem Filmemacher Thomas Struck rief er 1986 das „European Low Budget Film Forum“ ins Leben. Dessen Aushängeschild war eine auf der Alster schwimmende riesige Leinwand, auf der abendlich die Filme vorgeführt wurden und an die sich erfahrene Festivalgeher heute noch mit leuchtenden Augen erinnern. 1993 wechselte Kosslick zur Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, die er zu einer der finanzstärksten Filmfördereinrichtungen Deutschlands ausbaute.

Als er die Berlinale übernahm, stand Deutschlands größtes und wichtigstes Filmfestival in der Kritik. Die Branche und auch die Politik warfen ihm vor, den heimischen Film nicht richtig zu repräsentieren. Der neue Leiter hat seit seinem Amtsantritt die Berlinale an verschiedenen Stellen neu aufgestellt. Dazu gehörte mit der Nachwuchs-Sektion „Perspektive deutsches Kino“ und mehreren Filmen im Wettbewerb auch eine stärkere Konzentration auf den deutschen Film. 2003 startete Kosslick den „Berlinale Talent Campus“, er baute den „European Film Market“ weiter aus. Und er versuchte das Profil des Wettbewerbs, der wichtigsten Sektion des Festivals, zu schärfen und ihm eine politisch orientierte Kontur zu geben.

2019 endet Kosslicks Zeit bei der Berlinale. In den letzten Jahren stand er verstärkt in der Kritik. In einer Erklärung forderten Ende November 2017 Filmschaffende, „das Festival programmatisch zu erneuern und zu entschlacken“. Daran wird sich dann allerdings jemand anderes abarbeiten müssen.

Von Rudolf Worschech

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