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Museum erhöht Speicherkapazität

Schönberg Museum erhöht Speicherkapazität

Denkmalhof birgt bald noch mehr Geschichte / Handwerker errichten Gebäude nach historischem Vorbild.

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Handwerker errichten nach historischem Vorbild einen Speicher auf dem Denkmalhof in Schönberg. Museumsleiter Olaf Both (l.) zeigt sich mit einem Werbeschild von SZ-Bau dankbar für die Unterstützung der Sponsoren. Gespendet hat auch Ulrike Säcker (r.) von City-Schuh.

Quelle: Jürgen Lenz

Schönberg. Das Volkskundemuseum in Schönberg speichert künftig noch mehr Historisches, das es Einheimischen und Besuchern der Stadt präsentieren kann. Zu verdanken ist das vor allem Unterstützern. Sie sorgen dafür, dass auf dem Denkmalhof Bechelsdorfer Schulzenhaus ein Speichergebäude nach historischem Vorbild entstehen kann.

Die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest hat 2500 Euro zugeschossen, die Schönberger Garten- und Landschaftsbaufirma Wilken hat als Spende den Aushub erledigt, das ortsansässige Unternehmen SZ-Bau spendete das Fundament und Dr. Dietrich Klepsch gab Geld für die Zimmerarbeiten, die Handwerker unter der Leitung des Lindower Architekten Jürgen Schulz erledigen. Eine weitere Spende kommt von Ulrike Säcker, Inhaberin des Ladens City-Schuh in Schönberg. Sie gibt 100 Euro. „Viele geben etwas zu“, lobt Olaf Both, Leiter des Volkskundemuseums Schönberg, zu dem der Denkmalhof als Außenstelle gehört.

Über die Spende von Ulrike Säcker sagt Olaf Both: „Wir konnten das Geld schon super einsetzen.“ Dann zeigt der Museumschef auf Balken, die für den Speicher verbaut werden. Ulrike Säcker erläutert den Hintergrund ihrer Spende: „Seit fünf Jahren sammele ich für jeden Schuhkarton, den ich abgebe, zehn Cent und runde die Summe am Ende auf.“ Davon profitierten in den vergangenen Jahren das Naturbad in Schönberg, das Ernst-Barlach-Gymnasium, die „First Responder“ genannte Gruppe von medizinischen Ersthelfern der Schönberger Feuerwehr und deren Jugendwehr. „Wenn der Zweck vorher bekannt ist, reizt das zusätzlich zum Spenden“, sagt Ulrike Säcker. Dann gibt sie bekannt, wem sie die Spende im kommenden Jahr zugute kommen lassen will: der Voltigiergruppe der TSG Schönberg. Fest steht für die Schönbergerin: „Das Geld der Aktion soll immer hier in der Region bleiben.“

Die Balken für den sechs Meter langen, vier Meter breiten und 5,50 Meter hohen Speicher stammen teilweise aus einer abgerissenen Scheune in Schlagbrügge. Both kündigt an: „Am 30. April ist Saisoneröffnung auf dem Denkmalhof. Bis dahin soll das Speichergebäude unter Dach und Fach sein.“ Fertig werde es im Sommer. Die Baugenehmigung habe länger auf sich waren lassen als erhofft. „Es ist ein Nachbau, der keiner Din-Norm entspricht“, begründet Both. Das Vorbild habe in Klein Siemz gestanden. Der Bauer habe darin Futtermittel und Saatgut aufbewahrt. Auf dem Denkmalhof wird es als Lager für Gerätschaften genutzt werden.

Bauerngehöft ein halbes Jahrtausend alt
Der Denkmalhof in Schönberg besteht bisher aus dem Bechelsdorfer Schulzenhaus, der dazugehörigen Scheune und dem Nachbau eines Backhauses. Bauernhaus und Wirtschaftsgebäude sind rund 500 Jahre alt. In den 1960er Jahren wurden sie Stück für Stück vom Niendorfer Ortsteil Bechelsdorf auf die Boyesche Koppel am Stadtrand von Schönberg umgesetzt. Das Freilichtmuseum geht auf eine Idee des Altertumsvereins für das Fürstentum Ratzeburg zurück. Seit 2004 betreibt ein Förderverein sowohl das Volkskundemuseum im Zentrum der Stadt als auch den Denkmalhof.

Die Eröffnung der Saison 2016 im Schönberger Freilichtmuseum ist am 30. April.

Jürgen Lenz

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