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Kultur im Norden Musik aus Zeiten bitterer Kriege
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22:12 13.11.2017
Der Dirigent Paavo Järvi ist ein erfahrener Interpret der Sinfonien von Schostakowitsch.

Umso mehr als mit Frank Peter Zimmermann ein prominenter Solist für das berühmte Violinkonzert gewonnen werden konnte. Mit glasklarer intonationssicherer Tongebung, stupender Virtuosität und gebührender Innigkeit im langsamen Satz gelang Zimmermann eine uneitle (er spielte auch die Tutti-Passagen mit) Darstellung. Einig wusste er sich darin mit dem Dirigenten Paavo Järvi aus der estnischen Musikerdynastie dieses Namens. So blieben im Zusammenspiel keine Wünsche offen.

Ähnlich wie Beethovens Werk, das während der Belagerung Wiens durch Napoleon 1806 entstand, steht auch Schostakowitschs 7. Sinfonie („Leningrader“) im Zusammenhang mit Krieg und Verwüstung. In diesem monumentalen symphonischen Tableau beschrieb Schostakowitsch die dreijährige Belagerung Leningrads durch die deutsche Armee. Mit Wucht und suggestiver Eindringlichkeit schildert er im 1. Satz („Invasion“) den Überfall der Nazi-Truppen auf die Sowjetunion, im langsamen 2. Satz werden Erinnerungen an ein Vorkriegs-Idyll wachgerufen, im 3. die „Heimatlichen Weiten“ beschworen und im 4. der Sieg über Hitler-Deutschland gefeiert. Bei der Aufführung schien das NDR Elbphilharmonie Orchester nicht nur von Paavo Järvis Autorität, sondern auch von dessen Erfahrung mit den Symphonien des Russen zu profitieren und über sich selbst hinauszuwachsen. Zum Drahtseilakt gerieten dabei Orchesterdisziplin, Konzentration und Hingabe der NDR-Musiker. Das Publikum dankte mit stürmischem Applaus.

Dieter Kroll

LN

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