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Kultur im Norden Musik in seinen Träumen
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15:02 18.04.2018

Laue Lüfte, weißer Sandstrand, Bahamas. Weit ab vom Glas- und Beton-Dschungel der US-Metropolen hat Lenny Kravitz sein Studio gebaut. Die karibische Ruhe scheint ihm und seinem neuen Album „Raise Vibration“ gut getan zu haben. Erscheinen soll das neue Werk im Frühling. Den ein oder anderen Titel wird der Rocker mit der Sonnenbrille vielleicht schon auf seiner Tour vorstellen, die ihn im Sommer auch durch mehrere deutsche Großstädte führt. Kravitz spricht über den Wandel des Rock-Genres, das Verhältnis zu seinem verstorbenen Freund Prince und darüber, wie er nächtliche Träume in Songs verwandelt.

Sie haben schon Ihr voriges Album „Strut“ auf den Bahamas aufgenommen, jetzt auch „Raise Vibration“. Warum ausgerechnet hier?

Lenny Kravitz: Mitten im Nirgendwo oder in der Natur kann man hören. Manchmal gibt es so viel Energie und Lärm, dass man sich selbst nicht denken und fühlen hören kann. Es ist auch ein Ort, an dem ich wirklich ich selbst sein und unter Einheimischen sein kann, die mich nehmen, wie ich bin. Meine Mutter hat mich ihren Wurzeln ausgesetzt, es ist mein ganzes Leben mein Zufluchtsort gewesen.

Und Sie haben sich dort ein Studio gebaut.

Ich liebe mein Studio, ich liebe meine Anlage. Es ist ein großartiger Ort zum Arbeiten, vor allem wegen des Tageslichts. Eine der Wände ist aus Glas. Die Sonne scheint rein, man sieht den Himmel, die Bäume. Man fühlt sich nicht wie in einer schwarzen Box.

Hatten Sie Zweifel, ob ein 11. Album gelingen wird?

Ich war nicht sicher. Ich habe 30 Jahre Arbeit hinter mir und bin immer noch ein vergleichsweise junger Typ. Die Musik hat sich verändert. Es wurde ein bisschen entmutigend, weil nichts Wirkliches kam. Dann habe ich mich einfach entspannt und bin eines Nachts mit dieser Melodie, diesem Blues in meinem Kopf aufgewacht. Das war der Anfang.

Die Musik auf „Raise Vibration“ stammt aus Ihren Träumen?

Viele Songs auf diesem Album sind geträumt. Manchmal wache ich auf und höre diese Melodie, eine Akkord-Struktur, einen ganzen Refrain, eine Strophe. Ich habe diesen Song in meinem Kopf und springe auf und renne zum Studio.

Der Tod von Prince ist bald zwei Jahre her. Inwieweit hat er Ihre Musik beeinflusst?

Er hat mich komplett beeinflusst und mir gezeigt, was möglich war. Ich habe ihn wahrscheinlich 1980 entdeckt, mein erstes Album kam 1989 raus. Er war das Genie aller Genies. Er hat mich sehr inspiriert und ich bin geehrt, dass ich ihn auch inspirierte, dass er meine Musik mochte. Bei einigen seiner letzten Shows hat er meine frühen Songs gespielt. Es war eine Freundschaft, die bis zum Ende hielt.

Wie würden Sie Rockmusik im Vergleich zu vor zehn, zwanzig Jahren beschreiben?

Aus dem Mainstream ist sie eigentlich verschwunden, da ist alles Pop und Hip-Hop. Aber viele junge Bands kehren direkt zurück zu Gitarren. Viele Kids können Gitarren-Licks spielen, man sieht das die ganze Zeit auf Youtube. Sie können technisch gut spielen, aber es fehlt das Gefühl.

Sind Sie im Vergleich zu vor 20 Jahren erwachsener geworden?

Das hoffe ich!

 Johannes Schmitt-Tegge

Musik im Blut

Der in New York geborene Sohn eines jüdischen Vaters und einer Afroamerikanerin schaffte den Durchbruch 1989 mit seinem Album „Let Love Rule“. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen „American Woman“, „Fly Away“ und „It Ain't Over 'til It's Over“.

Seit einigen Jahren ist er auch als Schauspieler, etwa im Film „Precious“, sowie als Designer aktiv. Aus der heute geschiedenen Ehe mit Schauspielerin Lisa Bonet („Die Bill CosbyShow“) hat er eine Tochter, die ebenfalls als Sängerin und Schauspielerin arbeitet.

 Interview:

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