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„Musik ist für mich Liebe“

München/Tel Aviv „Musik ist für mich Liebe“

Dirigent Zubin Mehta wird 80 und blickt auf eine Weltkarriere zurück — Dabei hatte seine Familie ganz andere Pläne für ihn.

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„Es ist mein Zuhause!“ Maestro Zubin Mehta während einer Probe mit dem Israel Philharmonic Orchestra.

Quelle: Fotos: Dpa

München/Tel Aviv. . Zubin Mehta ist heute in vielen Ländern der Welt zu Hause — in den USA, wo er meistens wohnt; in Indien, wo er geboren wurde; in Israel, wo er eine „Liebesbeziehung“ mit dem Israel Philharmonic Orchestra eingegangen ist — und in Deutschland, wo er jahrelang Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München war. Mehta ist Kosmopolit — und jettet auch mit nun fast 80 Jahren noch immer um die Welt. Immer im Dienste der Musik.

„Musik ist für mich Liebe“, sagte er vor kurzem in Tel Aviv, wo er drei Konzerte des Israelischen Philharmonieorchesters dirigierte. Anlass des Konzertes: Sein 80. Geburtstag am 29. April. „Das ist es auch, was mich am Laufen hält“, sagte er über die Musik. „Ich bin aufgewachsen mit der Sprache, die Musik heißt. Es ist mein ganzes Leben.“ Vielleicht kann er auch dank der Musik heute sagen: „Ich fühle mich überhaupt nicht wie 80.“

Ursprünglich hätte er beinahe einen ganz anderen Weg eingeschlagen: Seine Familie wollte ihn zu einer Mediziner-Karriere drängen. „Meine Familie war gegen die Künstlerlaufbahn, und in Indien sucht die Familie die Berufe für die Kinder aus“, erinnerte er sich. Zu seinem Vater sagte er: „Schau, wenn ihr wollt, studiere ich Medizin, aber es wird mir nicht gefallen. Ich muss Musiker werden.“

Für Orchester auf der ganzen Welt ist es ein Glück, dass er sich durchgesetzt hat. Kaum jemand ist bei so vielen Orchestern Ehrendirigent wie er. Ein Grund: Er verlangt seinen Musikern zwar stets alles — und vor allem Präzision — ab, aber er bleibt freundschaftlich dabei. Die kanadische Cellistin Amanda Forsyth sagt: „Er liest deine Gedanken, bevor du deine Phrase spielst.“ Ein Blick von ihm reiche, um sich inspiriert zu fühlen.

Weil Forsyth nicht als einzige so begeistert von ihm ist, feiert Mehta seinen Geburtstag mit Orchestern in Tel Aviv, Mumbai, Florenz, München und Wien. Nach Wien wird auch seine ganze Familie kommen, wie er in Tel Aviv sagte: „Kinder, Enkel, mein Bruder.“

Die Jahre in Österreich prägten ihn. Mehta wurde in Montréal und Los Angeles engagiert, bald schon dirigierte er — gerade einmal Mitte 20 — Orchester von Weltrang wie die Berliner und die Wiener Philharmoniker. Er stand bei den Salzburger Festspielen, an der New Yorker Met und an der Mailänder Scala am Pult. Sein Opern-Debüt gab er 1963 in Montréal mit Puccinis „Tosca“. Mehta war von 1978 bis 1991 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra und von 1998 bis 2006 Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper München. Allein mit dem Israel Philharmonic Orchestra hat der Maestro mehr als 3000 Konzerte überall auf der Welt gegeben. Den Musikern stand er sowohl im Sechstagekrieg 1967 als auch im Golfkrieg 1991 zur Seite. Nachdem er im Herbst 1981 wegen zwei Wagner-Aufführungen in Tel Aviv heftig angegriffen worden war, ernannte ihn das Orchester zum Musikdirektor auf Lebenszeit.

LN

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