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Musik und die übrigen Dinge

Lübeck Musik und die übrigen Dinge

Music@cetera, ein neues Konzept für Konzerte klassischer Musik auf dem Schlossgut Groß Schwansee, will Musiker und Publikum miteinander ins Gespräch bringen.

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Den Logenplatz der Konzertreihe music@cetera hat der Veranstaltungsort vor den Toren Lübecks: Das Schlossgut Groß Schwansee liegt direkt an der Ostseeküste.

Lübeck. A uf der Bühne die Musiker, im Saal die Zuhörer, lauschend, teilnehmend, still — und am Ende eines Konzerts gehen Künstler und Publikum ihrer Wege. Peter Wilckens war das zu wenig. „Musik ist Kommunikation, sie bewegt die Menschen — darüber sollten wir ins Gespräch kommen!“ Der ehemalige Studiendirektor hatte ausgehend von diesem Gedanken bereits das Projekt „Musikerleben“ initiiert: Konzerte von Studenten der Musikhochschule Lübeck, bei denen junge Musiker nicht nur ihr Können zeigen, sondern ihren Auftritt auch moderieren — und so mit dem Publikum in Kontakt treten.

LN-Bild

Music@cetera, ein neues Konzept für Konzerte klassischer Musik auf dem Schlossgut Groß Schwansee, will Musiker und Publikum miteinander ins Gespräch bringen.

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Music@cetera ist eine konsequente Weiterentwicklung dieser Idee, und Peter Wilckens hat sich mit Thilo Mühl, dem Hoteldirektor des Schlossgutes Groß Schwansee, den richtigen Partner für die neue Konzertreihe an die Seite geholt. An fünf Abenden wird das idyllisch gelegene Gut in diesem Jahr zur Spielstätte für moderierte Konzerte, die nicht nur erstklassigen Musikern, sondern auch unterschiedlichsten Themen eine Bühne geben und Denkanstöße setzen wollen.

Mit dem ersten Themenabend hatte Music@cetera im Februar japanische Ton-Kunst und das renommierte Schumann-Quartett an die Ostsee geholt. „Die große Resonanz, die schon der Auftakt der Reihe beim Publikum gefunden hat, hat uns dann doch überrascht“, sagt Initiator Peter Wilckens. „Und seitens der Künstler hat sich das Konzept schon fast verselbständigt. Die Musiker bekommen durch die Nähe zum Publikum und die daraus entstehenden Begegnungen und Gespräche nach den Auftritten sehr viel Rückmeldungen.“ Eine Idee, die beide Seiten, Interpreten und Rezipienten, zu überzeugen scheint: Mehrere Festivals wie die Niedersächsischen Musiktage, die Dresdener Musikfestspiele oder die Thüringer Bachwochen haben bereits Interesse angemeldet, das Konzept zu übernehmen.

Der zweite Abend am kommenden Sonnabend steht unter dem Titel „Sine musica nulla vita“ — ohne Musik kein Leben — und stellt das „Lübsche Trio“ in den Mittelpunkt. Jakob Linowitzki, Jonathan und Lukas Schwarz begeisterten im vergangenen Jahr das Publikum des Schleswig-Holstein Musik Festivals bei ihren gemeinsamen Auftritten mit Daniel Hope. Auf dem Schlossgut Groß Schwansee werden sie erstmals ein Stück des mit Ludwig van Beethoven befreundeten Prinzen und Komponisten Louis Ferdinand von Preußen (1772- 1806) spielen. Moderiert wird das Konzert von dessen Nachfahrin Marie-Cécile Herzogin von Oldenburg, die mit Musikprofessor Christoph Flamm die Rolle der Musik in einer der großen europäischen Adelsfamilien beleuchtet. Das Schlossgut Groß Schwansee bietet den Besuchern zu den Konzerttickets ein anschließendes Dreigänge-Menü gemeinsam mit den Künstlern an. „Als Veranstaltungsort für music@cetera können wir unseren Gästen ein besonderes kulturell-kulinarisches Erlebnis bieten“, sagt Thilo Mühl, der das Hotel seit 2010 managt und zu einer Kulturstätte an der Mecklenburger Ostseeküste ausbauen möchte.

Tickets unter Tel. 038827/88480 zu 40 €, ermäßigt 10 €, mit Menü 65 €

Schloss Groß Schwansee

1745 ließ Wilhelm Ludwig von Booth das klassizistische Herrenhaus des Schlossgutes Groß Schwansee auf einer kleinen Anhöhe am Mecklenburger Ufer der Lübecker Bucht errichten. Der letzte Eigentümer, Freiherr von Schröder, wurde 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet; ein Schulinternat zog ins Schlossgut ein.

Silvius Dornier, Luftfahrt-Unternehmer und Stifter, ließ das Schlossgut und den umgebenden Park nach dem Kauf 1998 aufwendig instand setzen und zu einem Luxus-Hotel ausbauen.

Von Regine Ley

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