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Kultur im Norden Musikalische Weltreise und ein Eimer-Konzert
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20:22 18.07.2016
Auch Eimer gehören zu ihrem Instrumentenpark: Die Mitglieder der Hamburger Gruppe Elbtonal Percussion spielten bei der Night of the Drums im Hafenschuppen C furios auf. Quelle: Olaf Malzahn

Sie haben nach eigenen Angaben mit dem Vorurteil zu kämpfen, vor allem Krach zu machen. Das ist aber nur einer der Scherze, die das Ensemble Elbtonal Percussion auch drauf hat. Gemeinsam mit vier Nachwuchs-Schlagzeugern und einer -Schlagzeugerin des Festival-Orchesters haben sie ein Programm geprobt, das sie am Sonntagabend bei der „Night of the Drums“ im Hafenschuppen C in einem feinen bis furiosen Konzert vorstellten.

Schon die Instrumente sind beeindruckend. Die Elbtonal-Musiker behaupten von sich selbst, dass sie jede Bühne in einen Wald aus Instrumenten verwandelten. Der Hain im Hafenschuppen besteht aus bekannten Instrumenten wie Marimbaphone, verschiedenen Trommeln, Glocken oder Cajons. Aber auch Fremdartiges ist zu bestaunen. „Sieht aus wie eine Kaffeemühle“, sagt eine Besucherin über ein Instrument, das durch eine Drehbewegung mit der Hand bedient wird.

Das Konzert beginnt so sanft, dass man die Ohren spitzen möchte. Elbtonal-Mitglied Jan-Frederick Behrend, auch für die witzige Moderation verantwortlich, hat das afrikanisch anmutende Stück „Afrock“

geschrieben, das mit der Marimba startet und nach und nach immer mehr Musiker mit ihren Instrumenten einbezieht. Es ist der Beginn „einer kleinen musikalischen Weltreise“, wie Behrend erklärt. Denn Schlagzeug, das älteste Instrument überhaupt, sei überall zu Hause. Ein wenig Instrumentenkunde gibt es auch. Stephan Krause zeigt dem Publikum das aus Afrika stammende Balafon, eine Vorgängerin des Marimbaphons, von unten. „Ausgehöhlte Kürbisse“, erläutert Behrend. „Das gibt auch eine gute Kürbissuppe.“

Die musikalische Reise geht weiter in die USA, „Gainsbourough“ von Thomas Gauger steht auf dem Programm, außerdem Bach – in der Bearbeitung von Elbtonal Percussion reizvoll, aber kaum wiederzuerkennen. Nach Japan führt Keiko Abes „The Wave“, das sich von still und sanft immer wieder angefeuert durch Rufe aufbrausend steigert.

Viel Wirbel können die Musiker auch mit Haushaltsgegenständen machen. Mit umgedrehten Müll- oder Wischeimern zum Beispiel. Später werden weiß gedeckte Tische und hölzerne Klappstühle auf die Bühne getragen. Die Perkussionisten haben sich weiße Kochmützen auf den Kopf gesetzt. Nun hauen sie mit Kochlöffeln, Schneebesen und Pfannenwendern auf den Tisch, auf Armlehnen und Stuhlbeine. Ein Kellner erscheint mit Tellern, die er mit akrobatischem Ehrgeiz auf den Tischen platziert. Die Musiker trommeln und strahlen, dass es anstecken muss. Das Publikum, längst aus dem Häuschen, macht laute Geräusche mit den Händen und ringt den Musikern eine Zugabe ab.

liz

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