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Musikalisches Plädoyer für die Lebensfreude

Lübeck Musikalisches Plädoyer für die Lebensfreude

Die Lübecker Philharmoniker spielten Werke von Arnold Schönberg und Anton Bruckner.

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Die Pianistin Mari Kodama, bevor sie sich mit Schönbergs Klavierkonzert opus 42 voll ins Geschehen warf. FOTO: OLAF MALZAHN

Lübeck. „Aber das Leben geht weiter“: Das Motto des dritten Saisonkonzerts der Lübecker Philharmoniker in der Musik- und Kongresshalle wurde nicht in der Dramaturgie erdacht. Es ist ein Zitat von Arnold Schönberg, der in den USA das Klavierkonzert opus 42 für seinen Schüler Oscar Levant schrieb und jedem Teil ein Motto voranstellte. Das Konzept aus dem Jahr 1942 umreißt damit Schicksalsjahre des Komponisten. Aus dem gemütvollen Wien durch Hass vertrieben, jenseits des Atlantik in schweres Fahrwasser geraten, beschließt er sein Konzert dann doch zukunftsorientiert – mit dem Motto: „But life goes on!“

Die Wiedergabe des Konzertes erfordert von allen Ausführenden Hingabe und vom Publikum volle Konzentration. Mari Kodama als Solistin legte Noten auf. Denn die Strukturen des Konzerts sind undurchschaubar. Hinzu kommt die Verzahnung mit dem Orchester, mit schier unendlichen Klippen, Ausbrüchen und Zerklüftungen.

Mari Kodama warf sich natürlich voll ins Geschehen. Hammerharte Passagen standen neben gefühlvollem Aussingen, prasselnde Akkordfolgen wechselten mit sanften Stellen, die Attacken mit den Ruhepunkten. Das Orchester ging hochkonzentriert mit. Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri leitete mit klaren Zeichen.

Im zweiten Teil erklang Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7. Auch auf diese Komposition ließe sich das Motto anwenden. Das Leben ging auch nach dem Tod Richard Wagners weiter, von dem Bruckner angeblich bei der Niederschrift erfuhr. Das Adagio gilt vielen als Trauermusik auf Wagner. So wie es in der MuK ausgeführt wurde, als mächtige, wuchtige, erschütternde Klage, kann dieser Gedanke durchaus aufkommen.

In raschem Fluss war der Kopfsatz erklungen, nachdem sich das Hauptthema im Horn sanft aus dem Urnebel erhoben hatte. Nicht nur der volle Orchesterklang beeindruckte, auch die Einzelstimmen kamen zu ihrem Recht. Keck, munter, als Gegenpol zur Trauermusik gedacht, unterstrichen die Musiker im Scherzo die Lebensfreude. Den Schlusssatz nahm Numajiri wieder ungewöhnlich rasch. Die wuchtigen Klänge im Blech, der sonore Sound der Streicher beeindruckten und animierten zu starkem Schlussapplaus. kd

LN

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