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Kultur im Norden Musikschule „Carl Orff“ in Weißrussland
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20:22 03.07.2013

Die Emotionen sind immer noch da. „Es war einfach ein Erlebnis, das man nicht vergisst“, sagt Hartwig Kessler, Leiter der Kreismusikschule „Carl Orff“ aus Grevesmühlen.

Eine Woche waren 32 Musiker aus Nordwestmecklenburg in Bobruisk in Weißrussland. Insgesamt 16 Nationen waren bei einem der größten Folklore-Festivals des Landes vertreten. „Unsere Jugendlichen waren schon ein wenig skeptisch, als es hieß, wir fahren nach Osteuropa, Frankreich oder Italien sind da weitaus beliebter.“ Beziehungsweise, sie waren es. „Denn ich habe unsere Musikschüler lange nicht mehr so begeistert erlebt.“

Sechs Auftritte mit derBig Band und dem Blasorchester haben die Musiker hinter sich. Im Eisstadion vor 9000 Zuschauern, im Freiluftstadion waren es sogar 12 000 Menschen, die die Musiker aus den verschiedenen Ländern begeistert feierten. „Es war unglaublich, wie offen diese Menschen sind. So eine Gastfreundschaft haben wir selten erlebt.“

Dabei ist der Ausflug nach Weißrussland keine Premiere, bereits 2004 reiste ein Orchester der Musikschule nach Lida, um zusammen mit der dortigen Musikhochschule zu musizieren. Doch dieses Mal war der Rahmen deutlich größer. Eine Woche lang stand die Folklore im Vordergrund — und das Kennenlernen untereinander. Denn sprachliche Hürden, so Kessler, gibt es unter Musikern nicht. Und unter Jugendlichen erst recht nicht. „Wenn dort abends Jugendliche aus aller Herren Länder zusammensitzen und spontan etwas spielen, dann geht einem das Herz auf.“

Angeschoben worden war die Reise von der deutschen Botschaft, die Osteuropafreundschaftsgesellschaft, zu der auch die Lidahilfe Grevesmühlen gehört, unterstützte das Vorhaben in Person von Hartmut Winterfeldt, der die Musikschule begleitete. Er war es auch, der die Gruppe auf den deutschen Soldatenfriedhof in der Nähe des Festivalortes führte. Ein Erlebnis, das nicht nur bei Hartwig Kessler Spuren hinterlassen hat. „Einige unserer Musikschüler hat es sichtlich bewegt als sie die Namen der Soldaten auf den Gräbern lasen. So etwas steckt man nicht einfach weg.“ Winterfeldt selbst hatte 2005 mitgeholfen, die gefallenen Soldaten umzubetten und den Friedhof einzurichten.

Seit Dienstag sind die Musikschüler nach einer 24-stündigen Busfahrt, inklusive dreistündiger Wartezeit an der Grenze, wieder zurück in Deutschland. Auch wenn die Erinnerungen noch sehr frisch sind, plant Hartwig Kessler bereits die nächsten Schritte. „Die Menschen in diesem Land, vor allem die Musikschüler und Lehrer, die sich dort um uns gekümmert haben, haben solch einen Eindruck hinterlassen, dass das nicht der letzte Besuch war.“ Vorher allerdings geht es für die Nordwestmecklenburger nach Asien. Japan heißt das Ziel der nächsten großen Reise im Oktober.

Damit folgen die Carl Orff-Schüler übrigens einer langjährigen Tradition. Denn seit 22 Jahren tragen sie den Namen Nordwestmecklenburgs in alle Welt — und das ist wörtlich zu nehmen. Griechenland, die Vereinigten Staaten, Italien, Frankreich und viele andere Ländern stehen bereits auf der Reisen-Liste der Kreismusikschule. Und einige werden noch hinzukommen. Auch dank des Fördervereins der Musikschule, den Heidrun Bank vertritt.

Michael Prochnow

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