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Kultur im Norden Russisch zupackend
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16:25 26.01.2019
Vielseitiger Musiker: Pianist Kirill Gerstein spielte mit beglückender Leichtigkeit .   Quelle: Foto:marcoborggreve
Lübeck

Bei einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters, insbesondere dann, wenn es mit einem erstklassigen Dirigenten wie Semyon Bychkov spielt, kann man davon ausgehen, dass es ein gutes Konzert wird. Und doch gibt es immer noch einen Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich, wobei letzteres zumeist die Folge kleiner, aber weiser Entscheidungen ist, wie am Freitag beim Konzert in Lübeck. zu erleben war.

Das lag zum einen an der Programmauswahl: mit dem 2. Klavierkonzert von Peter Tschaikowski war ein Werk zu hören, für das der Begriff „Schattendasein“ erfunden zu sein scheint. Dabei ist es in seiner Originalfassung erfüllt von thematischem Einfallsreichtum und reich an expressiven Dialogpassagen zwischen Soloinstrument und Orchester und steht dem übermächtigen ersten Konzert in nichts nach. Insbesondere dann, wenn sich ein Pianist wie Kirill Gerstein des Werkes annimmt, einer der vielseitigsten Musiker der Gegenwart. Er füllte dieses Werk voll aus und brachte doch zugleich eine beglückende Leichtigkeit mit ein, überzeichnete keine der lauten oder virtuosen Passagen, hatte immer das Heft in der Hand und gab doch dem Orchester immer den notwendigen Raum. Das dankte es ihm mit wunderbarer Präsenz, mit einfühlsamen und fein herausgearbeiteten Dialogen und doch in „russischer Art zupackend“.

Auch hierin war die Hand des ebenfalls in Russland geborenen Semyon Bychkov zu erkennen, der seit letztem Jahr Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Prag ist. Wohl auch, weil er mit dem bekanntesten Komponisten Tschechiens Bedrich Smetana umzugehen weiß. Insofern eine weitere weise Entscheidung, drei symphonische Dichtungen aus dessen Zyklus „Mein Vaterland“ dem Klavierkonzert beizufügen. „Vyšehrad“ und „Šárka“, zwar nicht so vergessene Stücke wie das zuerst gehörte Klavierkonzert, aber dennoch längst nicht so präsent wie die ebenfalls zu hörende „Moldau“, waren weitere außergewöhnliche Höhepunkte an diesem gut besuchten, aber nicht ausverkauften Abend. Eine weise Entscheidung, dieses Konzert gehört zu haben.

Ulrich Witt

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