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NS-Raubkunst — die Arbeit hat erst begonnen

Berlin NS-Raubkunst — die Arbeit hat erst begonnen

Gurlitt-Taskforce legt Abschlussbericht vor.

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Spurensuche: Die wissenschaftliche Koordinatorin der Taskforce sieht sich Kopien einer Renaissance-Tafel an.

Quelle: dpa

Berlin. Zwei Jahre lang nahm eine hochkarätige Expertenkommission die Gurlitt- Sammlung unter die Lupe. Jetzt legte sie ihre Ergebnisse vor. Klar ist vor allem: Die Forschung muss weitergehen.

Die Expertenkommission zur Erforschung der spektakulären Münchner Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt hat trotz der Kritik an ihrer Arbeit eine positive Bilanz gezogen. Taskforce-Chefin Ingeborg Berggreen-Merkel sagte gestern bei der Vorstellung des Abschlussberichts in Berlin, zu sämtlichen Werken aus dem Münchner Bestand seien die Grundrecherchen abgeschlossen. Das Material stehe nun für weiterführende Forschung zur Verfügung: „Es ist eine bleibende Aufgabe, die wir den Opfern der Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit schuldig sind.“

In der zweijährigen Arbeit hat sich nur bei fünf von rund 500 raubkunstverdächtigen Werken Nazi-Unrecht nachweisen lassen, in fünf Fällen bestätigte sich der Verdacht nicht. Insgesamt konnte laut Abschlussbericht lediglich bei elf Werken die Herkunft lückenlos geklärt werden. Zwei dieser Bilder — Max Liebermanns „Zwei Reiter am Strand“ und die „Sitzende Frau“ von Henri Matisse — wurden inzwischen an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte zu, sich weiter für die „rückhaltlose Aufklärung“ der Gurlitt-Sammlung einzusetzen. Sie habe aber „mehr Ergebnisse“ erwartet. Die Arbeit soll am Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg unter der Leitung der bisherigen wissenschaftlichen Koordinatorin Andrea Baresel-Brand weitergeführt werden.

Auch der bisher erst grob erforschte Bestand aus Gurlitts Haus in Salzburg soll einbezogen werden. Zur dafür notwendigen Zeit wollte sich Baresel-Brand nicht äußern. Der Vertrag sei zunächst auf ein Jahr befristet und könne verlängert werden.

Der Fall hatte 2013 für Schlagzeilen gesorgt, nachdem in der Münchner Wohnung des 2014 dann gestorbenen Cornelius Gurlitt mehr als 1200 Kunstwerke beschlagnahmt worden waren. In Salzburg tauchten später rund 250 weitere Objekte auf. Die Sammlung stammt von Gurlitts Vater Hildebrand, der einer der wichtigsten Kunsthändler der Nazis war. Der Sohn hatte sie dem Kunstmuseum Bern vermacht, eine Cousine ficht das Testament an. Die Entscheidung wird für das Frühjahr erwartet.

Sammlung Gurlitt
In einer verdunkelten und verdreckten Münchner Privatwohnung stießen die Ermittler im Jahr 2012 auf einen Hort von 1500 unsachgemäß gelagerten und verschollen geglaubten Bildern von Künstlern wie Picasso, Matisse und Kirchner, aber auch Spitzweg und Dürer. Die Polizei hegt den Verdacht, dass die Kunstwerke in der NS-Zeit jüdischen Vorbesitzern geraubt wurden und zum Teil aus Museumsbesitz stammten.

LN

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