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NSU-Prozess und Komödien

Hamburg NSU-Prozess und Komödien

Privattheatertage holen zwölf beachtenswerte Produktionen nach Hamburg.

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Aus Berlin: „Auch Deutsche unter den Opfern“, ein Stück zum NSU-Prozess.

Hamburg. Mit seinen ersten Privattheatertagen wollte Impresario Axel Schneider 2012 die „hohe Leistungskraft der Privattheaterszene in Deutschland“ unter Beweis stellen. Schneider zeigt regelmäßig selbst, dass nicht oder nur gering subventionierte Bühnen einen wichtigen Beitrag zum Kulturleben beisteuern – er ist Intendant des Altonaer Theaters und der Hamburger Kammerspiele.

Jedes Jahr im Juni gastieren in Hamburg nun zwölf Produktionen, die eine Jury als besonders bemerkenswert auserkoren hat. Auf der Abschlussgala am 3. Juli in den Kammerspielen werden die Gewinner des Monica-Bleibtreu- Preises in den Kategorien zeitgenössisches Drama, Komödie und (moderner) Klassiker bekanntgegeben. Überdies wird ein Publikumspreis verliehen.

In Vorgesprächen berichten Vertreter der eingeladenen Häuser von ihren Arbeitsbedingungen, der inhaltlichen Ausrichtung und dem Entstehungskontext der Produktionen. Bemerkenswert ist: 500000 Euro Bundesmittel bekommen die Privattheatertage.

Die fünfte Auflage startete gestern Abend mit Brechts Volksstück „Hans im Glück“ in der Inszenierung des Theaters Lindenhof Melchingen. Im Zentrum von „Supergute Tage“, einer Produktion des Jungen Theaters Bonn, stehen morgen ein mit der Mistgabel erstochener Hund und ein Asperger-Autist, der sich auf die Suche nach dem Täter macht (Ernst-Deutsch-Theater, 20 Uhr).

Für schwere Kost sorgen das Zimmertheater Tübingen mit „Auch Deutsche unter den Opfern“, einem Rechercheprojekt zum NSU-Prozess (Do., 23. Juni, Kammerspiele, 20 Uhr) sowie das Ballhaus Naunynstraße Berlin. In „Die Dunkelkammer“, frei nach Remarques „Im Westen nicht Neues“, geht es um die erbarmungslose Kriegsmaschinerie (Lichthof-Theater, Sa., 2. Juli, 20 Uhr). Eher beschwingt geht es bei der „Trennung für Feiglinge“ zu. Die Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig präsentiert eine amüsante Menage a trois. Der seiner Freundin Sophie überdrüssig gewordene Paul quartiert seinen gewöhnungsbedürftigen Freund Martin in der gemeinsamen Wohnung ein, um Sophie loszuwerden (Ohnsorg-Theater, Fr., 24 . Juni, 20 Uhr).

Auch die Komödie am Kurfürstendamm setzt mit „Lieber schön“ auf Heiteres. In der mit Oliver Mommsen und Roman Knizka prominent besetzten Beziehungskomödie sorgen überhöhte Schönheitsideale für verpasste Chancen (Kammerspiele, Do., 30. Juni, 20 Uhr). Gleich zweimal ist das Wolfgang-Borchert-Theater Münster vertreten – mit Shakespeares „Was ihr wollt“ und Schillers „Kabale und Liebe“. Als Lokalmatador geht das Ohnsorg-Theater mit der plattdeutschen Version von Fatih Akins Film „Soul Kitchen“ ins Rennen (Altonaer Theater, Fr., 1. Juli, 20 Uhr).

Privattheatertage: bis 3. Juli. Karten: 9 bis 29 Euro, Festivalpass ab 54 Euro.

Internet: www. privattheatertage.de

Alexander Bösch

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