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Kultur im Norden „Natürlich Brahms“, sagt Wolfgang Sandberger
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Natürlich Brahms“, sagt Wolfgang Sandberger
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20:24 01.07.2017

Natürlich meine junge ungarische Jagdhündin Laska, die sich im Lübecker Schellbruch beim zweisamen Streifen auf jeden Fall weitaus agiler bewegt als ich. Laska – Namen sind nicht „Schall und Rauch“:

Wolfgang Sandberger (56) ist Professor für Musikwissenschaft und Leiter des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck. Er hat Violoncello, sowie Musikwissenschaft, Philosophie und Geschichte studiert und ist Herausgeber des „Brahms-Handbuchs“.

Benannt ist sie nach dem Vierbeiner in „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi (Laska kann da sogar in Worten denken!), ein wunderbares Buch, vor allem in der Neuübersetzung von Rosemarie Tietze, die gerade mit dem Deutschen Sprachpreis ausgezeichnet worden ist. Vielleicht kein Buch für den Strand, aber für ein schattiges Plätzchen allemal.

Da begeistert mich auch die Schattennummer „Ombra mai fu“ von Händel mit der zauberhaften Cecilia Bartoli als Xerxes, der unter einer Platane in seinem sommerlichen Garten Erquickung sucht – vor neuen Liebesabenteuern.

Apropos Sommer: Irgendwann sind dann ja auch endlich mal Ferien! Selbst wenn der Koffer vollgepackt ist, ein Buch oder eine CD passen immer noch hinein: „4-3-2-1“, der neue Paul Auster ist ein faszinierendes Gedankenspiel über vier Varianten eines Lebens (bin auf Seite 100), allerdings ist der Roman tatsächlich ziemlich dick.

Sommer heißt Fernweh („Dort wo Du nicht bist, ist das Glück“, Schmidt von Lübeck), aber es gibt auch in Lübeck Orte, die zum Glücklich-Sein einladen: Das Dummersdorfer Ufer, die Ostsee im Osten, die Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festival, die Bilder der deutschen Romantiker im Behnhaus/Drägerhaus und die Terrasse vom Hansemuseum.

Der nächste Winter aber kommt bestimmt. Traumhaft dann: die „Hänsel und Gretel“-Produktion im Theater Lübeck oder das Riesenrad auf dem Koberg. Und wenn es wieder richtig klirrend kalt ist, dann sollte man bei einem schönen Roten seinen alten Plattenspieler aktivieren: Die neuen Vinyl-Platten der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle sind auf dem Markt mit allen vier Brahms-Sinfonien – eine Edel-Edition, die zwar ein kleines Vermögen (499 Euro) kostet, faszinierend aber, was die schwarzen Rillen da klanglich konservieren.

Klar, Brahms begeistert mich zu jeder Jahreszeit: Seit 30. Juni zeigt das Brahms-Institut seine neue Ausstellung zu „Brahms und Frankreich“. Jetzt ein unbedingtes Muss: die Villa Brahms auf dem Jerusalemsberg, auch so ein architektonisches Kleinod unserer Hansestadt.

LN

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