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Navid Kermani: Vermittler zwischen den Kulturen

Frankfurt am Main Navid Kermani: Vermittler zwischen den Kulturen

Der Schriftsteller wird mit dem Friedenspreis geehrt.

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Navid Kermani.

Quelle: dpa

Frankfurt am Main. Die jüngste deutsche Zeitgeschichte scheint den Schriftsteller Navid Kermani zu bestätigen. Deutschland habe genug Ressourcen, die Verantwortung für Flüchtlinge nicht auf Drittstaaten abzuwälzen, hatte Kermani der Politik 2014 bei der Grundgesetz- Feierstunde des Bundestags ins Stammbuch geschrieben.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels würdigt den 1967 in Siegen als Sohn von iranischen Eltern geborenen Kermani am Sonntag als „eine der wichtigsten Stimmen“ der Gesellschaft mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Der Autor und Islamwissenschaftler setzt sich seit langem für eine offene europäische Gesellschaft ein, die auch Flüchtlingen Schutz bietet. Nicht nur in seiner Bundestagsrede, auch in seinen Romanen, Essays und Reportagen aus Krisengebieten tritt er seit Jahren für Menschenwürde und den Respekt von Religionen und Kulturen untereinander ein. Kermani ist eine muslimische Stimme in Deutschland, die gehört wird. Schon mit seiner Doktorarbeit über die Ästhetik des Koran, die 1999 unter dem Titel „Gott ist schön“ erschien, erregte er Aufsehen. 2006 habilitierte er sich im Fach Orientalistik.

In seinem vielseitigen Werk setzt sich Kermani immer wieder mit dem Verhältnis von Glauben und Gesellschaft und mit den Beziehungen zwischen den Ländern des Westens und des Nahen Ostens auseinander: etwa in seiner Analyse des Selbstopferungsgedankens im westlichen und östlichen Kulturkreis, „Dynamit des Geistes — Martyrium, Islam und Nihilismus“ (2002), die er nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verfasste.

Kermani schrieb aber auch Kinderbücher, Theaterstücke und Romane wie „Große Liebe“ (2014) über seine Jugendliebe als 15-Jähriger, deren Ekstase er auch mit Hilfe islamischer Mystik schildert.

LN

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