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Nebenbei beobachtet

DER MODERNE MAN Nebenbei beobachtet

Diese Kolumne entsteht, während ich mit der Familie in Südtirol bin, im Sommerurlaub. Ab und zu ist man gerne da, wo es tatsächlich Sommer gibt, mit Hitze und allem, die Älteren erinnern sich.

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Von Maximilian Buddenbohm journal.redaktion@LN-Luebeck.de

Diese Kolumne entsteht, während ich mit der Familie in Südtirol bin, im Sommerurlaub. Ab und zu ist man gerne da, wo es tatsächlich Sommer gibt, mit Hitze und allem, die Älteren erinnern sich. Wir sind auf einem Obstbauernhof, hier gibt es noch etliche andere Kinder. Und es gibt einen lieben Hofhund, den Johnny. Johnny ist bei den Kindern eine große Attraktion. Sie besorgen sich mehr oder weniger heimlich Wurst aus den jeweiligen Ferienwohnungen, um damit den Hund zu dressieren.

Sie rufen „Sitz!“ und „Platz“, sie lassen ihn Pfötchen geben und eine Rolle machen und mehr, zur Belohnung bekommt er dann die von den Kindern erbeutete Wurst. Die Kinder freuen sich natürlich riesig, und wie die sich freuen. Sie gehen zurück zu ihren Familien und erzählen stolz, was sie dem Hund gerade alles beigebracht haben, was der jetzt alles kann! Der schlaue Hund, so überaus gelehrig. Und sie glauben wirklich, sie hätten es dem Johnny beigebracht, die Pfote zu reichen und alles – sie, und nicht etwa die vielen, vielen Besuchskinder vorher, die der Hund hier seit Jahren erlebt oder eher erduldet, um seinen Anteil an der Wurst zu bekommen.

Manche Menschen, die angestellt arbeiten, kennen das vielleicht. Dass da jemand kommt und enthusiastisch irgendwas vorturnt, gespannt guckt, was man macht und dann jubelnd berichtet, was er aus den Leuten alles herausgeholt hat. Wie toll die jetzt Pfötchen geben! Oder was nun immer der Job gerade ist, manchmal ist es ja auch etwas komplexer, schon klar. Und manche glauben wirklich, sie hätten den Angestellten alles beigebracht – sie, und nicht die vielen vor ihnen. Das ist manchmal irgendwie lustig und manchmal auch irgendwie traurig, immer aber macht man da mit.

Weil es nun einmal um die Wurst geht.

LN

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