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Netflix-Film verunsichert Cannes

Netflix-Film verunsichert Cannes

Cannes. In diesen Tagen scheint ein Aufschrei durch die Filmwelt zu gehen.

Cannes. In diesen Tagen scheint ein Aufschrei durch die Filmwelt zu gehen. Der Grund ist Netflix. Genauer gesagt die Tatsache, dass der Streamingdienst in diesem Jahr mit gleich zwei Filmen im Wettbewerb von Cannes vertreten ist. Dass dort zum ersten Mal in der Festivalgeschichte nun Filme in der Palmen-Konkurrenz antreten, die fast kaum in Kinos laufen werden, erhitzt die Gemüter.

Gestern stand mit „Okja“ der erste Netflixfilm im Programm – und wurde tatsächlich zur ernstzunehmenden Konkurrenz für die 18 anderen Beiträge im Wettbewerb. Denn der südkoreanische Regisseur Bong Joon Ho zeigte ein bildgewaltiges Märchen mit einem emotionalen Appell für den Schutz unserer Umwelt und der Tiere.

Im Zentrum stehen das Mädchen Mija und ihr geliebtes Riesenschwein namens Okja, mit dem es in den südkoreanischen Bergen in einer grünen Idylle gemeinsam aufgewachsen ist. Dann kommt ein multinationaler Konzern und will das Schwein in seinen Schlachthöfen zu profitablem Fleisch verarbeiten. Mija riskiert alles, um das Tier zu retten. Es kommt zum Kampf der Tierschützer (darunter Paul Dano) mit dem Unternehmen, vor allem dessen Chefin (Tilda Swinton) und dem Arzt (Jake Gyllenhaal).

„Okja“ soll in den USA und Südkorea auch in Kinos zu sehen sein. Das Festival hat wegen der Streamingdienste jedenfalls schon mal die Statuten geändert: Ab dem kommenden Jahr müssen alle Filme im Wettbewerb verpflichtend auch einen späteren französischen Kinostart haben.

LN

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