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Neue CDs: Musik-Highlights im Herbst

Neue CDs: Musik-Highlights im Herbst

Die Country-Göttin, ein unlängst gestorbener Superstar oder ein deutscher Stadionrocker unplugged: Die nächsten Monate haben manche Attraktion unter den Neuveröffentlichungen zu bieten.

Berlin. Von Dolly Parton über Nick Cave und David Bowie bis zu Sting reicht die Liste der hochrangigen Album–Veröffentlichungen in diesem Herbst. Die Neuerscheinungen entschädigen für eine spürbare Sommer-Flaute.

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Die Country-Göttin, ein unlängst gestorbener Superstar oder ein deutscher Stadionrocker unplugged: Die nächsten Monate haben manche Attraktion unter den Neuveröffentlichungen zu bieten.

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,57th & 9th‘ ist rockiger,

als alles, was ich seit langer Zeit gemacht habe.“Sting

DOLLY PARTON Die Parton ist die Göttin des Country und eine Königin der Selbstironie: Die wasserstoffblonde 70-Jährige mit den falschen Brüsten („Sie würden überrascht sein, wie teuer es ist, so billig auszusehen“) ist unermüdlich. Nach Dutzenden Alben erscheint nun ihr jüngstes Werk „Pure & Simple“. Dazu gibt es eine große US-Tournee. Zum Glück der Fans, denn wie sagte sie einmal: „Eigentlich bin ich doch nur das Mädchen von nebenan – sofern man nebenan einen Vergnügungspark hat.“

BEGINNER  Es ist die Reunion des Jahres: DJ Mad, Denyo und Eizi Eiz sind zurück. 25 Jahre nach ihrer Gründung melden sich die Beginner mit „Advanced Chemistry“

zurück. 13 Jahre sind seit dem letzten Album vergangen, irgendetwas kam dem Trio um Star Jan Delay immer dazwischen. Das erste Brett ist schon raus: Das Video zu „Ahnma feat. Gentleman und Gzuz“ ist eine Hommage an die Heimat Hamburg.

MAXIM (2.9.): Drei Jahre nach dem Durchbruch mit „Meine Soldaten“ erscheint das neue Album des Kölner Sängers Maxim. Der Musiker, der mit Nachnamen Richarz heißt, sagt von sich selbst, er habe eine Mission: Pop, der nicht ins Banale abdriftet. Sein neues Album „Das Bisschen, was wir sind“ ist insgesamt elektronischer geworden und etwas „tanziger“ und dennoch keines, bei dem man sich mit sonnigem Gemüt zurücklehnen kann. Bei vielen der zwölf Songs seines inzwischen fünften Albums geht es mal offen, mal versteckt um das Thema Vergänglichkeit. Dabei ringt er wieder um unverbrauchte Sprachbilder.

MEAT LOAF (9.9.): Vor fast 40 Jahren brachte der schwergewichtige Sänger mit „Bat Out Of Hell“ eines der meistverkauften Alben aller Zeiten heraus und wurde zum Weltstar. Damals wie heute ist Komponist Jim Steinman für Meat Loafs Bombast-Rock verantwortlich. Das jüngste gemeinsame Werk „Braver Than We Are“ sei ein Tribut „an uns beide, an unsere gemeinsame Arbeit“, erklärte der US-Sänger.

WILCO (9.9.): Seit dem Start vor gut 20 Jahren ist der Folkrock-Band aus Chicago kaum ein Fehltritt unterlaufen. Nach dem im Vorjahr kurzfristig als Internet-Überraschung veröffentlichten, recht ruppigen „Star Wars“ kommt nun wieder eine Platte mit amüsantem Titel heraus: „Schmilco“ haben Jeff Tweedy (Foto) und Co. ihr meist akustisch gehaltenes zehntes Album genannt. Es sei wieder „ziemlich locker“ geworden, verrät das Label dBpm. Hört sich so an, als müssten Fans der Meisterwerke „The Whole Love“ (2011) und „Sky Blue Sky“ (2007) noch ein wenig auf neue Wilco-Songs im Cinemascope-Format warten.

NICK CAVE (9.9.): Der Grandseigneur der dunkel-romantischen Ballade („Where The Wild Roses Grow“) und des düsteren Indie- Pop gibt sich gleich doppelt die Ehre: mit dem neuen Album „Skeleton Tree“ und dem dazugehörigen Musikfilm „One More Time With Feeling“, der einen Tag vorher weltweit Premiere feiert. Die neuen Cave-Songs tragen eine nicht ganz leichte Bürde, denn sie folgen auf das Meisterwerk „Push The Sky Away“ aus dem Jahr 2013. Angesichts der zuverlässigen Topform des 58-jährigen Australiers darf gleichwohl Großes erwartet werden.

DAVID BOWIE (23.9.): Der Superstar („Heroes“) ist gut ein halbes Jahr nicht mehr unter uns – nun beginnt die Auswertung seines Nachlasses. Auf die im vorigen Jahr noch vor Bowies Tod veröffentlichte Box „Five Years (1969-1973)“ folgt nun „Who Can I Be Now? (1974- 1976)“ über die amerikanischen Jahre mit dem Karriere-Highlight „Station To Station“. So richtig spannend wird das Paket durch „The Gouster“, ein 1974 mit Top-Produzent Tony Visconti in Philadelphia aufgenommenes Bowie-Werk.

CASPER (23.9.): Lange war es still um Casper, seit dem hochgelobten Nummer-1-Album „Hinterland“ sind mehr als drei Jahre vergangen. Im Juni meldete sich der Deutsch-Amerikaner mit dem recht verstörenden Stück „Lang lebe der Tod“ zurück, ein Vorbote zum gleichnamigen Album. Prominent unterstützt wird Casper bei der Single von Einstürzende-Neubauten-Chef Blixa Bargeld, der Indie-Band Sizarr und Sänger Dagobert. Bleibt abzuwarten, ob das Album ähnlich düster ist.

YELLO (30.9.): Die Klangkünstler von Yello sind wieder da. Boris Blank und Dieter Meier legen auf „Toy“ 14 neue Songs vor. Die hypnotisierende Single „Limbo“, deren Sound auf Klangfragmenten einer bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Orgel basiert, ist bereits erschienen. Im Oktober kommen die Elektro-Pioniere für vier Konzerte ins Berliner Kraftwerk.

WESTERNHAGEN (21.10.): Marius Müller-Westernhagen hat sich in die illustre Runde zahlreicher Stars eingereiht und endlich auch ein „MTV Unplugged“-Album aufgenommen. An zwei Abenden spielte er in der Berliner Volksbühne seine großen Hits („Freiheit“, „Lass uns leben“, „Johnny Walker“, „Sexy“, „Wieder hier“). Musikalische Unterstützung gab es von seinem alten Kumpel Udo Lindenberg oder Tochter Mimi.

STING (11.11.): Der ehemalige Lehrer aus dem britischen Newcastle ist seit nunmehr rund vier Jahrzehnten erfolgreich im Musikgeschäft. Mit seiner Band The Police und als Solokünstler verkaufte er insgesamt mehr als 100 Millionen Alben. Sein neuestes Werk „57th & 9th“ erscheint Mitte November.  Benannt ist das Album im übrigen nach einer Straßenkreuzung, die er auf dem Weg ins New Yorker Studio überqueren muss.

Jenny Tobien und Werner Herpell

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